„Das war ein Missverständnis“: Borussia Dortmund schiebt nach Roter Karte Frust
In Unterzahl kommt Borussia Dortmund in Freiburg nicht über ein 1:1 hinaus – und verpasst den Sprung auf Platz zwei.
Jobe Bellingham schlich schuldbewusst mit hochgekrempelter Hose vom Platz. Der Königstransfer von Borussia Dortmund wusste, dass er seinem Klub gerade einen Bärendienst erwiesen hatte. Denn wegen seiner Roten Karte nach einer Notbremse schleppte der BVB den Königsklassen-Frust mit in die Bundesliga und geht nur als Bayern-Jäger Nummer zwei in den Weihnachtsendspurt.
Bellingham schwächt den BVB
„Wenn die Rote Karte nicht passiert, sieht das Spiel anders aus. Wir hatten alles unter Kontrolle, waren sehr dominant“, sagte Torhüter Gregor Kobel nach dem 1:1 (1:1) der Dortmunder nach langer Unterzahl beim eigentlichen Lieblingsgegner SC Freiburg bei DAZN: „Danach waren wir sehr unter Druck, nur noch am Verteidigen.“ Nach sieben Siegen in Folge gegen die Breisgauer verpasste die Borussia den Sprung auf Platz zwei. Ein Tor liegen die Westfalen hinter RB Leipzig.
Bellingham sah zu Beginn der zweiten Halbzeit die Rote Karte (53.), als der BVB das Spiel im Griff hatte. Nach einem katastrophalen Pass von Kobel wusste sich der Engländer nur mit einer Notbremse gegen den Ex-St. Pauli-Profi Philipp Treu zu helfen und wurde von Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) vom Platz gestellt.
„Das war ein Missverständnis“, meinte der Keeper, „ich muss einen besseren Pass spielen, das nehme ich auf mich.“ Freiburg nutzte die Überzahl zu einem Traumtor durch Lucas Höler (75.). „Das ist Wahnsinn“, sagte Kapitän Christian Günter, der klagte: „Schade, dass wir nicht noch das zweite nachgelegt haben.“
Bensebaini bringt Dortmund in Führung
Ramy Bensebaini (31.) traf für die Dortmunder, bei denen das enttäuschende 2:2 in der Champions League gegen FK Bodö/Glimt tagelang nachgewirkt hatte. In der Bundesliga ist die Borussia immerhin seit sieben Partien ungeschlagen und feierte dabei vier Siege. Im letzten Spiel vor der Winterpause trifft der BVB am kommenden Freitag auf Borussia Mönchengladbach.
Vor 34.700 Zuschauern im ausverkauften Freiburger Stadion nahmen die Dortmunder zu Beginn das Heft in die Hand. Die Überlegenheit der Gäste währte allerdings nicht allzu lange. Die Freiburger kamen nach knapp zehn Minuten auch im Spiel an und stellten die BVB-Abwehr vor Probleme.
Höler-Traumtor schockt den BVB
Dennoch war es der BVB, der in der 21. Minute der Führung ganz nahe kam. Carney Chukwuemeka traf den Pfosten. Nach rund einer halben Stunde brach Bensebaini nach einer Freistoßflanke von Yan Couto den Bann. Es war das erste Saisontor des Algeriers.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs übernahm der BVB wieder die Kontrolle, allerdings blieb Kampf auf beiden Seiten weiter Trumpf. Jedes Duell wurde intensiv geführt, fußballerisch waren kaum Höhepunkte dabei.
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Mit Rot gegen Bellingham nahm die Begegnung eine unerwartete Wendung. Den fälligen Freistoß von der Strafraumgrenze setzte Günter am Tor vorbei (55.), für die Dortmunder begann eine Abwehrschlacht. Pascal Groß kam für Stürmer Fábio Silva und sollte beim Verteidigen helfen. In der 69. Minute scheiterte Treu an Kobel, vier Minuten später lenkte Kobel einen Suzuki-Schuss an die Latte. Kurz darauf war der Keeper beim artistischen Traumtor von Höler machtlos. (sid/lam)
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