Fußball

„Das geht nicht“: Flaschenwurf beim HSV-Spiel sorgt für erhitzte Gemüter und Tränen

Felix Zwayer zeigt Samuele Inacio die rote Karte; Spieler von Dortmund und HSV stehen auf dem Platz.
Samuele Inácio (l.) sah von Schiedsrichter Felix Zwayer die Rote Karte und ärgerte sich anschließend wohl vor allem über sich selbst.

Beim 0:2 des HSV in Dortmund fliegt BVB-Youngster Samuele Inácio nach einem Foul an Albert Grønbæk vom Platz – und verliert danach die Nerven.

Für den HSV war es in Dortmund ein bitterer Bundesliga-Auftakt, für Samuele Inácio endete der Abend noch emotionaler. Der 18 Jahre alte BVB-Stürmer flog beim 2:0 (2:0) gegen die Hamburger nur drei Minuten nach seiner Einwechslung vom Platz – und ließ seinem Frust anschließend freien Lauf.

Inácio hatte HSV-Profi Albert Grønbæk in der 77. Minute mit offener Sohle im Bereich des Knöchels getroffen. Schiedsrichter Felix Zwayer zögerte nicht lange und zeigte dem Dortmunder sofort die Rote Karte.

Matthäus kritisiert Flaschenwurf scharf

Auf dem Weg in die Kabine kochten beim Youngster dann die Emotionen hoch. Inácio schleuderte zunächst eine Wasserflasche auf den Boden und warf sie im Spielertunnel anschließend mit voller Wucht gegen das große BVB‑Wappen. Die Szene wurde von den TV-Kameras eingefangen und sorgte nach der Partie für Diskussionen.

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Sky-Experte Lothar Matthäus störte sich dabei weniger am Platzverweis als an der Reaktion danach. „Das finde ich noch schlimmer als das Foul. Am Ende ist es das Logo, und das geht nicht“, sagte der Rekordnationalspieler.

Ricken und Anton zeigen Nachsicht mit Inácio

Beim BVB wollte man den Vorfall dagegen nicht zu hoch hängen. „Eine klare Rote Karte. Und alles, was danach passiert ist, bitte ich auch, nicht zu hoch zu hängen“, sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken.

Auch Dortmunds Kapitän Waldemar Anton zeigte Verständnis für den 18‑Jährigen. „Das sind Emotionen, mein Gott. Das gehört dazu“, sagte der Nationalspieler. Die Szene sehe zwar „schlecht aus“, doch Anton ergänzte: „Ich habe lieber so einen Spieler, der sauer ist, als wenn es ihn nicht interessiert.“

Inácio sitzt nach HSV-Spiel weinend in der Kabine

Wie sehr Inácio der Platzverweis beschäftigte, schilderte Trainer Niko Kovac nach dem Spiel. „Ich kam nach dem Schlusspfiff in die Kabine. Der Junge saß da, weinend“, sagte der BVB-Coach bei Sky.

Inácio habe der Mannschaft mit seinem Foul zwar „keinen Gefallen getan“, Kovac nahm den Youngster aber zugleich in Schutz. Er werde ihn „weiter trösten und aufbauen. Er wird daraus lernen“.

Nur fünf Spieler waren noch jünger beim Platzverweis

Für den HSV änderte die Überzahl in der Schlussphase nichts mehr am Ergebnis. Die Hamburger konnten aus dem Platzverweis kein Kapital schlagen und mussten sich zum Bundesliga-Auftakt in Dortmund mit 0:2 geschlagen geben.

Für Inácio war es unterdessen ein historisch früher Platzverweis: Nur fünf Spieler waren in der Bundesliga-Geschichte bei einer Roten Karte noch jünger. Drei davon trugen ebenfalls das Dortmunder Trikot. (sid/dpa/mp)

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