Trotz denkwürdiger Pressekonferenz: Ex-Bundesliga-Trainer wird nicht gefeuert
Aufregung bei Crystal Palace: Mit seiner Wutrede und Abschiedsankündigung hat der Ex-Bundesliga-Coach Oliver Glasner bei seinem Klub einiges losgetreten. Zur Trennung kommt’s aber wohl vorerst nicht.
Oliver Glasner muss nach seiner Wutrede gegen den eigenen Verein vorerst nicht mit seinem vorzeitigen Aus bei Crystal Palace rechnen. Zwar hätten die Kommentare des 51 Jahre alten ehemaligen Bundesliga-Coaches die Führungsriege des Vereins verärgert, hieß es zuvor unter anderem im „Guardian“. Nach einem Krisentreffen am Sonntag mit dem Österreicher gehe man aber nun davon aus, dass Vereinsmitbesitzer und -vorsitzender Steve Parish wolle, dass Glasner seinen Vertrag bis zum Ende der Saison erfüllt, hieß es am Nachmittag im „Guardian“.
Glasner rechnete mit der Palace-Vereinsführung ab
Zuvor hatte auch die „Daily Mail“ geschrieben: „Palace erwägt, seinen Trainer zu entlassen, nachdem sich dieser öffentlich darüber geäußert hatte, dass der Vorstand ihn und seine Spieler im Stich gelassen habe.“ Glasner hatte jüngst bekanntgegeben, dass er seinen Vertrag nicht verlängern werde. Gültig ist dieser noch bis zum Ende dieser Saison.

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Der Österreicher hatte es bei dieser Ankündigung allerdings nicht belassen, sondern in bemerkenswerter Weise danach öffentlich mit der Vereinsführung abgerechnet. Auslöser war der geplante Transfer von Leistungsträger Marc Guehi zu Manchester City vor dem Premier-League-Spiel gegen den AFC Sunderland.
Glasner: „Wenn dein Herz dir zweimal herausgerissen wird“
„Unseren Kapitän einen Tag vor einem Spiel zu verkaufen, dafür habe ich überhaupt kein Verständnis“, hatte Glasner unter anderem gesagt: „Wenn dein Herz dir zweimal in einem Jahr herausgerissen wird, zuerst mit Eze, einen Tag vor einem Spiel im Sommer, und mit deinem Kapitän einen Tag vor einem Spiel – das kann ich nicht verstehen.“

Er spielte dabei auf den Wechsel von Eberechi Eze im August vergangenen Jahres zum FC Arsenal an. Er sei seit über 30 Jahren im Fußball aktiv, so etwas habe er noch nie erlebt. „Wir fühlen uns im Stich gelassen“, betonte Glasner: „Keine Unterstützung.“
Zeit der Glückseligkeit und Titel vorbei
Von der einstigen Euphorie und Glückseligkeit ist nichts mehr übriggeblieben. Glasner, einst Trainer in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg und bei Eintracht Frankfurt, hatte die Mannschaft im Februar 2024 übernommen und dann zu den größten Vereinserfolgen geführt. Crystal Palace hatte den englischen Pokal gewonnen und das sogenannte Community Shield, den englischen Supercup.
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Seit Wochen aber läuft es sportlich auch schon nicht mehr, den bis dato letzten Sieg schaffte der Londoner Klub am 11. Dezember mit einem 3:0 in der Conference League beim FC Shelbourne aus Irland. Nach dem 1:2 gegen Sunderland am Samstag betonte Glasner bei seiner Analyse, dass es offensichtlich nichts bringe, solche Sachen hinter verschlossene Türen anzusprechen. (dpa/hmg)
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