Fußball

Brisante Geliebten-Vorwürfe gegen FIFA-Boss Infantino

Gianni Infantino mit Ehefrau und Tochter auf dem Roten Teppich der Global Citizen Awards in New York.
Gianni Infantino mit seiner Frau Leena Al Ashqar (l.) und einer der vier gemeinsamen Töchter

Neue Vorwürfe gegen FIFA-Boss Gianni Infantino: In seiner Zeit bei der UEFA soll eine enge Mitarbeiterin eine hohe Abfindung und finanzierte Studiengebühren erhalten haben. Besonders brisant: Ein britischer Bericht behauptet zudem ein persönliches Verhältnis. Infantino weist die Anschuldigungen zurück.

Neue, brisante Vorwürfe gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino: In seiner Zeit als Generalsekretär der UEFA soll der heutige Weltverbandschef einer engen Mitarbeiterin zu einer üppigen Abfindung verholfen haben. Die UEFA bestätigt die Zahlung – und auch, dass der Verband zusätzlich die Kosten für ein MBA-Studium übernommen hat.

Besonders heikel: Die britische Zeitung „The Telegraph“ behauptet, zwischen Infantino und der Frau, die namentlich nicht genannt wird, der Zeitung aber bekannt sein soll, habe damals ein persönliches Verhältnis bestanden. Dafür gibt es bislang keine unabhängige Bestätigung. Infantino, der seit 25 Jahren mit der gebürtigen Libanesin Leena Al Ashqar verheiratet ist, weist die Vorwürfe entschieden zurück. Mit Al Ashqar hat der Schweizer vier gemeinsame Kinder.

UEFA bestätigt Abfindung und Studiengebühren

Die Vorgänge liegen bereits rund 15 Jahre zurück. Ende 2011 soll die Mitarbeiterin beim Ausscheiden aus der UEFA eine mindestens sechsstellige Abfindung erhalten haben. Hinzu kamen laut Bericht Studiengebühren von rund 52.500 Euro pro Jahr für einen MBA an einer Wirtschaftshochschule.

Gianni Infantino im blauen Anzug im Stadion vor dem WM-Finale in New Jersey.
FIFA-Boss Gianni Infantino soll während seiner Zeit bei der UEFA eine Frau unterstützt haben, mit der er auch ein privates Verhältnis gehabt haben soll.

Die UEFA bestätigte die Zahlungen auf Anfrage. „Uns sind die Vorwürfe bekannt, und wir können bestätigen, dass an die betreffende Person eine Abfindungszahlung sowie eine Zahlung für die Gebühren eines MBA-Studiums an einer örtlichen Wirtschaftshochschule geleistet wurde“, erklärte der Verband.

Von Infantino unterstützte Frau verdiente Jahresgehalt von 171.000 Euro

Die Zahlung habe den damals geltenden Regeln für ausscheidende Mitarbeiter entsprochen. Gleichzeitig betonte die UEFA, dass diese Vorschriften seit 2016 verschärft worden seien. Die heutigen Personalrichtlinien entsprächen dem Standard „einer modernen, renommierten Organisation“.

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Nach Angaben des „Telegraph“ war die betreffende Mitarbeiterin innerhalb der UEFA zuvor von einer Verwaltungsstelle in eine Führungsposition aufgestiegen. Ihr Gehalt soll dabei um rund 30 Prozent auf etwa 160.000 Schweizer Franken gestiegen sein – umgerechnet rund 171.000 Euro.

Infantino nennt Vorwürfe „kategorisch unwahr“

Infantino bestreitet sowohl ein persönliches Interesse an der Karriere der Frau als auch jegliches Fehlverhalten.

„FIFA-Präsident Gianni Infantino weist diese Vorwürfe entschieden zurück, sie sind kategorisch unwahr“, erklärte ein FIFA-Sprecher laut „Telegraph“. Jede Andeutung unangemessenen Verhaltens oder eines Verstoßes gegen Statuten oder Vorschriften sei diffamierend.

Die FIFA betonte zudem, sämtliche Personalentscheidungen, darunter Abgänge und Abfindungszahlungen, seien von den zuständigen Verantwortlichen genehmigt und nach den jeweils geltenden Regeln abgewickelt worden.

Vorwürfe stammen aus Infantinos UEFA-Zeit

Infantino arbeitete rund 16 Jahre für die UEFA und war von 2009 bis 2016 Generalsekretär des europäischen Fußballverbands. Danach wechselte er an die Spitze der FIFA.

Die UEFA bestätigt also die finanziellen Leistungen an die frühere Mitarbeiterin, äußert sich aber nicht zu den vom „Telegraph“ erhobenen Behauptungen über ein mögliches persönliches Verhältnis. Genau dieser Punkt macht den lange zurückliegenden Vorgang nun erneut brisant. (dpa/sid/mp)

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