Einer ist Leroy Sanés Bruder: Ex-Schalker schocken den Herbstmeister
Dämpfer zum Abschluss einer starken Zweitliga-Hinrunde: Schalke 04 hat sich mit einer überraschenden Pleite in die Weihnachtsferien verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Miron Muslic verlor das letzte Spiel des Jahres nach einer schwachen Vorstellung mit 1:2 (0:0) bei Eintracht Braunschweig, ausgerechnet die Ex-Schalker Mehmet Aydin (60.) und Sidi Sané (85.) schockten die mitgereisten Fans des Herbstmeisters. Soufiane El-Faouzi (88.) verkürzte kurz vor dem Ende.
Nach zuvor drei Siegen in Serie kassierte Schalke damit die vierte Niederlage der Saison, die Königsblauen gehen dennoch als Tabellenführer mit vier Punkten Vorsprung auf Platz drei in die Rückrunde. Braunschweig machte mit dem zweiten Sieg in Serie einen großen Schritt aus dem Tabellenkeller.
Die Niederlage sei „hochverdient“, sagte Muslic bei Sky: „Wir waren nicht gut, aber Braunschweig war richtig, richtig gut.“ Dennoch: „Wir sind sehr, sehr stolz und sehr, sehr glücklich. Hand aufs Herz: Wer hat Schalke vor sechs Monaten zugetraut, dass wir heute mit 37 Punkten dastehen?“
Ex-Schalker Aydin verzichtet auf Torjubel
Die Braunschweiger, bei denen vier Ex-Schalker in der Startelf standen, hatten von Beginn an die besseren Möglichkeiten. So zielte etwa Leon Bell Bell nur knapp daneben (11.), der große Favorit hingegen tat sich schwer – Sturmspitze Moussa Sylla bekam kaum Bälle.

Zu viele Ungenauigkeiten schlichen sich in das Schalker Spiel ein, Keeper Loris Karius musste ungewohnt oft eingreifen – wie etwa gegen Bell Bell (59.). Doch bei dem Schuss von Aydin aus rund 18 Metern war auch Karius machtlos, aus Respekt vor seinem Ex-Klub verzichtete Aydin auf einen großen Torjubel.
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Und Schalke? Zeigte weiter kaum Durchschlagskraft in der Offensive. Sané (22), Bruder des Nationalspielers Leroy (29, Galatasaray), erhöhte, Schalke machte es aber noch einmal spannend.
Ex-St. Pauli-Stürmer schockt Elversberg
Die SV Elversberg konnte derweil den Schalker Patzer nicht so wichtig nutzen. Die defensiv wackligen Saarländer kamen bei Preußen Münster nicht über ein 1:1 hinaus, überwintern aber dank des fünften Spiels in Serie ohne Niederlage mit 34 Punkten dennoch auf Platz zwei. Der Vorsprung auf Darmstadt und Paderborn auf den Rängen drei und vier bleibt damit bei einem Zähler, die beiden Verfolger hatten im direkten Duell am Freitag 2:2 gespielt.
Der unter anderem von Eintracht Frankfurt umworbene Topangreifer Younes Ebnoutalib traf per Foulelfmeter (33.), doch Ex-St. Pauli-Stürmer Etienne Amenyido (90.+4) schlug verdientermaßen zurück. In der Anfangsphase hielt der überragende SVE-Keeper Nicolas Kristof zudem einen Foulelfmeter nach Videobeweis von Oliver Batista Meier (10.). Für Münster wird nach nur einem Sieg aus den letzten sechs Spielen die Luft nach unten wieder dünner, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt lediglich drei Punkte.
2. Bundesliga: Nürnberg bezwingt Hannover
Miroslav Kloses 1. FC Nürnberg besiegte in einem weiteren Sonntagsspiel der 2. Liga nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen Hannover 96 mit 2:1 und überwintert auf Platz acht. Rafael Lubach (44.) und Mohamed Ali Zoma (49.) drehten mit ihren Toren die Begegnung. Benjamin Källman (19.) hatte das Team von Coach Christian Titz in Führung gebracht. Hannover ist seit drei Spielen sieglos und liegt nun vier Punkte hinter dem Erstliga-Relegationsplatz drei zurück. (sid/hmg)
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