Bayern-Spieler jubeln

Der FC Bayern München konnte sich im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals gegen Real Madrid eine gute Ausgangslage erspielen. Foto: IMAGO/Alberto Gardin

„Unmenschlich“: Bayern bezwingt Real Madrid – Neuers Paraden-Show krönt Kompany-Fest

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Die Hälfte ist geschafft! Der FC Bayern München konnte sich im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals eine aussichtsreiche Ausgangslage erspielen. Beim Auswärtsspiel gegen Real Madrid gewann der deutsche Rekordmeister mit 1:2 (0:1). Damit krönten sie das Jubiläumsspiel von Trainer Vincent Kompany. Mit einer überragenden Leistung war Manuel Neuer maßgeblich am Erfolg beteiligt.

Es ist eines der prestigereichsten Duelle, die der Fußball zu bieten hat. Vincent Kompany hätte sich wohl kein würdigeres Spiel aussuchen können, um seine 100. Partie als Bayern-Trainer zu absolvieren. Das erste Geschenk servierte ihm zu diesem Anlass der zuletzt angeschlagene Harry Kane, der passend zum Highlight-Spiel wieder fit geworden ist und von Beginn an auf dem Feld stehen konnte.

An Chancen mangelte es in der ersten Halbzeit nicht. Früh kam Dayot Upamecano nach Ablage von Harry Kane völlig unbedrängt aus drei Metern zum Abschluss (9.), traf den Ball jedoch nicht richtig und vergab die erste dicke Chance auf das 0:1. Nach einem fatalen Fehlpass vom 18-jährigen Thiago Pitarch im eigenen Strafraum hatte auch Serge Gnabry die Führung auf dem Fuß (27.). Doch selbst Gnabry wirkte überrascht von der geschenkten Gelegenheit und scheiterte an Real-Keeper Andriy Lunin.

Neuer hält die Null, Diaz bringt Bayern in Führung

Auf der anderen Seite rettete Manuel Neuer die Bayern mehrfach. Der 40-Jährige konnte die Abschlüsse von Kylian Mbappe (16., 29.) und Vinicius Jr. (18.) teils glänzend parieren. In der 37. Minute die nächste gute Nachricht für den deutschen Rekordmeister. Aurelien Tchouameni sah nach einem Foul an Joshua Kimmich die Gelbe Karte – und wird damit im Rückspiel in München gesperrt fehlen.

Kurz vor der Halbzeit kamen die Bayern dann nach einem Fehlpass von Vinicius Jr. in Ballbesitz. Wenige Sekunden später sah Serge Gnabry eine kleine Lücke in der Abwehr der „Königlichen“ und spielte einen zielsicheren Steckpass auf Luis Diaz, der an Lunin vorbei zum 0:1 einschob (41.). Eine verdiente Führung für die Gäste, die zur Halbzeit mit 60 Prozent Ballbesitz dominierten. Entsprechend unzufrieden zeigten sich die Heimfans, die ihre Mannschaft unter Pfiffen in die Kabinen schickten.

Bayern kommt mit Blitzstart aus der Pause – Neuer in Topform

Ein Boost für das Team war das allemal nicht. Und den hätten die Madrilenen sichtlich nötig gehabt. Stattdessen kam es noch schlimmer für die Gastgeber. Nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff legte Michael Olise ab auf Harry Kane, der weit und breit keinen Gegner in seiner Nähe zu befürchten hatte und nahezu entspannt aus rund 18 Metern auf 0:2 erhöhen konnte.

Immer wieder scheiterten Kylian Mbappe (r.) und Co. an Manuel Neuer (l.). picture alliance / Pressefoto Ulmer | Markus Ulmer
Manuel Neuer pariert einen Ball
Immer wieder scheiterten Kylian Mbappe (r.) und Co. an Manuel Neuer (l.).

Anschließend ließen die Deutschen ein wenig nach. Upamecano verschätzte sich bei einem Rückpass, wodurch Vinicius Jr. alleine auf Neuer zulief (61.), aber vom Keeper so weit nach außen gedrängt wurde, dass der Winkel zu spitz wurde und er verfehlte. Wieder und wieder bewies Neuer seinen Status als einer der besten Torhüter aller Zeiten und parierte in der 66. Minute wieder einmal glänzten gegen Mbappe.

Strittige Szenen sorgen für hitzige Schlussphase

Kurz darauf musste sich der Bayern-Keeper dann doch noch geschlagen geben. Nach Hereingabe von Trent Alexnader-Arnold konnte Neuer eine Direktabnahme von Mbappe aus kürzester Distanz zwar noch gegen die Latte lenken, doch von dort aus prallte der Ball hinter der Linie zum 1:2 ins Tor (74.). „Das ist ein Torwartfehler dann“, scherzte Neuer selbst nach dem Spiel bei Prime Video.

Und was wäre eine Partie zwischen Real Madrid und Bayern München ohne strittige Schiedsrichter-Entscheidungen. Auf der einen Seite traf Jonathan Tah Mbappe mit offener Sohle auf Höhe der Ferse und sah dafür die Gelbe Karte (70.). „Ich verstehe nicht, warum Tah für dieses Foul nicht vom Platz verwiesen wurde“, äußerte sich Real-Coach Alvaro Arbeloa nach der Partie. Auf der anderen Seite sorgte in der Nachspielzeit ein Schubser gegen Olise im Strafraum für ein kurzes Aufsehen. Auch für dieses Vergehen verteilte Schiedsrichter Michael Oliver keine härtere Strafe. Es blieben die einzigen größeren Aufreger in einem durchaus intensiven Spiel.

Somit retteten die Bayern das 1:2 über die Ziellinie. Vor allem mithilfe des überragenden Manuel Neuer schafften sich die Bayern eine gute Ausgangslage für das Rückspiel. Mit neun Paraden zeigte der 40-Jährige keinen Schimmer von Alterserscheinungen.

„Unmenschlich“: Neuer-Lobeshymnen nach Abpfiff

Als logische Schlussfolgerung wurde Neuer zum Man of the Match gekürt. Vollkommen zufrieden zeigte er sich nach Abpfiff am Mikrofon bei Prime Video trotzdem nicht. „Schade, dass es kein 2:0 geworden ist, ganz ehrlich“, so der Keeper. Auf die Frage, ob er das Spiel körperlich schon merken würde, antwortete Neuer mit einem Schmunzeln: „Das sehen wir morgen.“

Nach dem Spiel hagelte es Lob für den Spieler des Spiels. „Manu ist nach wie vor der beste Torwart der Welt. Das wird, solange er spielt, auch so so bleiben. Ich finde ihn unmenschlich gut“, lobte Weltmeister-Kollege und Prime-Experte Christoph Kramer Neuer nach der Partie. Auch Real-Trainer Alvaro Arbeloa bezeichnete die Leistung von Neuer als „großartig“. Jonathan Tah fragte nur scherzhaft: „Ist das für euch eine Überraschung?“ Kompany, der selbst erst am Wochenende seinen 40. Geburtstag feiert, hatte nach seinem Jubiläumsfest nur zu sagen: „40 ist jung!“ Weiter betonte er, wie wichtig solche Glanzleistungen seien.

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Am nächsten Mittwoch (15. April) steht für den dann 40-jährigen und 101-Spiele-Erfahrenen Kompany dann das Rückspiel in der Allianz Arena an. Auch Neuer war sich nach dem Sieg direkt bewusst: „Das wird trotzdem eine schwere Aufgabe in München.“ in Im Halbfinale trifft der Sieger auf den Gewinner aus der Partie zwischen Paris Saint Germain und dem FC Liverpool.

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