Arzt präsentiert Bericht: Starb ein Ex-Nationalspieler wegen zu vieler Kopfbälle?
Die Debatte um den Zusammenhang zwischen Kopfbällen und Demenz-Erkrankungen hat in Großbritannien neuen Diskussionsstoff bekommen. Laut eines am Montag veröffentlichten Untersuchungsergebnisses habe wiederholtes Kopfballspielen „wahrscheinlich“ zu der Hirnerkrankung beigetragen, die unter anderem zum Tod des ehemaligen schottischen Nationalspielers Gordon McQueen geführt hat.
Er sei „überzeugt“, dass Kopfbälle zu McQueens Gehirnerkrankung, der chronisch-traumatischen Enzephalopathie (CTE), beigetragen hätten, erklärte der leitende Gerichtsmediziner John Heath: „Die Kombination aus CTE und vaskulärer Demenz führte zu einer Lungenentzündung. Ich stelle als Todesursache eine Lungenentzündung, vaskuläre Demenz und CTE fest.“
Hayley McQueen: „Fußball hat ihn am Ende dahingerafft“
Die Symptome von CTE seien kognitiver Verfall und Veränderungen im Nervenverhalten, die „nicht durch eine andere Erkrankung erklärt werden können“, sagte Professor Willie Stewart, beratender Neuropathologe am Queen Elizabeth University Hospital in Glasgow, der McQueens Gehirn nach dessen Tod untersuchte. Die Symptome seien „typisch für professionelle Fußball- und Rugbyspieler nach einer langen Karriere“.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Diagnose Krebs: Hamburgerin wirft UKE Behandlungsfehler vor
- Straftaten: Hamburg wird sicherer – aber nicht für Frauen
- Hamburgs Super-Recognizer: Der Mann, der sich Tausende Gesichter merken kann
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: HSV-Liebling Otto Stange (19) über seine Rückkehr
- 28 Seiten Plan 7: Im Kino wird’s jetzt richtig heiß! Und: Ausgeh-Tipps für jeden Tag
„Papa liebte alles am Fußball, aber letztendlich hat ihn der Fußball am Ende dahingerafft“, sagte McQueens Tochter Hayley laut BBC: „Ich kenne viele Fußballer, deren Familien sich gemeldet haben, die Symptome aufweisen, die denen meines Vaters sehr ähnlich sind, und ich denke, wir werden immer mehr solcher Fälle sehen.“ McQueen war 2023 im Alter von 70 Jahren gestorben. Er gehörte 1974 und 1978 zum schottischen WM-Aufgebot, kam aber nicht zum Einsatz. 1983 gewann er im Wembley-Stadion mit Manchester United den FA Cup.
Erhöhte Demenz-Gefahr für Profifußballer
Eine erste Untersuchung in Schottland hatte bereits Ende 2019 aufgezeigt, dass Profifußballer einer erhöhten Gefahr ausgesetzt sind, an einer Demenzerkrankung zu sterben. Die Frage, was genau dafür verantwortlich ist, konnte aber nicht beantwortet werden. Vermutet wurde ein Zusammenhang mit Gehirnerschütterungen sowie Kopfbällen.
Das könnte Sie auch interessieren: „Nachweislich unwahr“: HSV kontert neue Aussagen von Ex-Boss Kuntz drastisch
Auch Englands Fußball-Legende Bobby Charlton, Weltmeister von 1966, war vor seinem Tod durch einen versehentlichen Sturz im Oktober 2023 an Demenz erkrankt – ebenso wie sein älterer Bruder Jack und der verstorbene 66er-Weltmeister Nobby Stiles. (sid/hmg)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.