„Am Ende kackt die Ente“: Heidenheim erhöht den Druck auf den HSV und St. Pauli
Dieser Sieg könnte im Abstiegskampf den Hamburger Klubs noch richtig wehtun: Der 1. FC Heidenheim dreht in letzter Minute das Spiel bei Union Berlin, zieht in der Tabelle am FC St. Pauli vorbei und rückt bis auf einen Punkt an den HSV heran. Mit dem Coup in Köpenick erhöht der FCH den Druck auf die beiden Hamburger Klubs im Rennen um den Klassenerhalt erheblich. Doch Trainer Frank Schmidt weiß: Für ein Aufatmen ist es trotzdem viel zu früh.
Frank Schmidt war nach dem Last-Minute-Wahnsinn einfach nur erleichtert – die Gefühlslage seines Amtskollegen war da für einen kurzen Moment egal. „Jetzt hatten wir endlich mal das glückliche Ende“, sagte der Trainer des 1. FC Heidenheim nach dem erlösenden Sieg bei Union Berlin. Für den gegnerischen Coach Steffen Baumgart sei die Art und Weise „sicherlich schwer, aber darauf kann ich heute keine Rücksicht nehmen“.
Doppelschlag in der Schlussphase bei Union Berlin
Denn mitten in der schier endlosen Negativserie sendete das vorherige Bundesliga-Schlusslicht dank eines Doppelschlags in einer verrückten Schlussphase beim 2:1 (0:1) in Berlin ein Lebenszeichen. „Für uns war es einfach unglaublich wichtig, dass wir nach den letzten Spielen zurückkommen“, betonte Schmidt. Zugleich meldete sich Heidenheim damit im Tabellenkeller eindrucksvoll zurück – als unmittelbarer Konkurrent des FC St. Pauli und des HSV im Kampf gegen den Abstieg.

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Einen Rückschlag nach dem anderen hatten die Heidenheimer zuletzt wegstecken müssen, inklusive der 0:6-Blamage bei Bayer Leverkusen. Und auch im Stadion An der Alten Försterei hatte es nach dem Treffer von Rani Khedira (43.) lange nach der neunten Saisonpleite ausgesehen. Doch die Joker Stefan Schimmer (90.) und Jan Schöppner (90.+5) sorgten auf den letzten Metern für Ekstase bei den Heidenheimern.
Frank Schmidt: „Es ist ein Marathon für uns“
„Wenn man heute nicht grinsen darf, dann so schnell nicht mehr“, sagte Schimmer. Erst einmal können die Heidenheimer durchatmen, die Rote Laterne gab der FCH mit nun acht Zählern auf dem Konto ab. In der Tabelle zog Heidenheim damit an St. Pauli vorbei – und ist nur noch einen Punkt hinter dem HSV. Für beide Nordklubs wächst der Druck im Tabellenkeller damit weiter. Doch Schmidt weiß, es ist noch lange nicht vorbei.
„Es ist ein Marathon für uns, das steht schon fest“, sagte er am Sky-Mikrofon und ergänzte: „Wir haben eine gute Grundlagenausdauer, wir sind bereit.“ Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Heidenheim vor dem doppelten Lucky Punch offensiv über weite Strecken in einer insgesamt ereignisarmen Partie kaum in Erscheinung getreten war.
Sanwald stellt Schmidt weiter eine Job-Garantie aus
Das war Schmidt direkt nach Abpfiff mit dem erst zweiten Saisonsieg in der Tasche jedoch herzlich egal. „Am Ende kackt die Ente, wir haben das Spiel gewonnen und das zählt für uns heute“, sagte der 51-Jährige im Sportschau-Interview. Das frisch getankte Selbstbewusstsein wolle man jetzt mit ins Spiel gegen den SC Freiburg nehmen „und idealerweise nachlegen“.

So oder so: Sorgen um seinen Job muss sich Schmidt, der seit mehr als 18 Jahren in Heidenheim ist, auch weiterhin keine machen. Immer wieder hatten die Verantwortlichen ihm den Rücken gestärkt, so auch kurz vor dem Anpfiff. „Wir betonen es gerne immer wieder“, sagte Vorstandschef Holger Sanwald bei Sky: „Wo wären wir ohne Frank?“
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Man brauche nicht drum herumreden, dass „es eine schwierige Saison“ sei „und wir ein paar Fehlentscheidungen getroffen haben“, sagte Sanwald. Nun gebe es „die Chance, das zu korrigieren“ – und das werde man „weiterhin gemeinsam“ tun. (sid/mp)
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