„Alle einmal schütteln“: DFB-Frauen erleben Abend zum Vergessen in der WM-Quali

Janina Minge ist nach ihrer Roten Karte enttäuscht
Janina Minge flog in der Schlussphase vom Platz.

Die DFB-Frauen kommen in Österreich nur zu einem 0:0. Das WM-Ticket ist dennoch zum Greifen nah.

Christian Wück vergrub nach der enttäuschenden Nullnummer seine Hände tief in den Hosentaschen, dann versammelte er die deutschen Fußballerinnen noch auf dem Rasen zu einer ersten Aufarbeitung. Nach dem überraschenden Dämpfer in Österreich war die Laune nicht nur beim Bundestrainer sichtlich getrübt. Die Gastgeberinnen feierten das 0:0 in der WM-Qualifikation dagegen wie einen Sieg.

Janina Minge sieht die Rote Karte gegen Österreich

„Wir sind alle unzufrieden, wir hatten uns etwas anderes vorgenommen. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Aber es ist ja nicht viel passiert, wir haben alles noch in der eigenen Hand. Wir müssen uns jetzt einmal schütteln“, sagte Wück nach dem zweiten Nachbarschaftsduell mit Österreich innerhalb weniger Tage in der ARD.

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Nach dem Remis geht die deutsche Mannschaft aber deutlich angeschlagen in ihr erstes Matchball-Spiel der WM-Qualifikation. Am kommenden Spieltag (5. Juni) kann die DFB-Auswahl gegen Norwegen in Köln mit einem Sieg eines der begehrten Tickets für die Endrunde 2027 in Brasilien lösen. Fehlen wird dann Janina Minge, die am Samstag in der Schlussphase die Rote Karte sah (79.).

Sjoeke Nüsken: „Es hat vorn und hinten nicht gepasst“

Gerade offensiv ließ die deutsche Mannschaft einiges zu wünschen übrig und liegt in der Gruppe A4 bei noch zwei ausstehenden Partien nur noch einen Zähler vor Norwegen, das am Samstag 3:2 in Slowenien gewann. „Wir sind noch immer Tabellenerster“, sagte Nationalspielerin Sjoeke Nüsken, gab aber auch zu: „Damit habe ich nicht gerechnet, ehrlich gesagt. Es hat heute vorn und hinten nicht gepasst.“

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Schon nach dem 5:1 gegen Österreich am vergangenen Dienstag in Nürnberg hatte Wück Kritik an seiner Mannschaft geübt. Es seien „nur sehr wenige an ihre Leistungsgrenze gekommen“, sagte der Trainer. Entsprechend forderte er vor dem schnellen Wiedersehen mehr Souveränität und Stabilität „in den Basics“ – und nahm wie angekündigt einige Änderungen an seiner Startelf vor.

Minge und Dallmann mit Chancen in der Endphase

Wück betrachtete an der Seitenlinie dann eher stoisch, wie sich seine Spielerinnen in der Offensive ein ums andere Mal verrannten. Gerade die Präzision im letzten Drittel dürfte beim Bundestrainer Fragen aufgeworfen haben, aber immerhin defensiv stand seine Mannschaft bei den wenigen Konterchancen der Österreicherinnen stabil.

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Dennoch: Zufrieden konnte Wück auf keinen Fall sein, spätestens in der zweiten Halbzeit wurde das auch deutlich. Der 52-Jährige schimpfte deutlich hörbar und schüttelte immer wieder den Kopf, noch immer strahlte die DFB-Elf so gut wie keine Gefahr aus – bis zur 72. Minute. Minge traf mit einem Kopfball aus kurzer Distanz nicht das leere Tor, sondern die Latte – und flog wenig später nach einer Notbremse vom Platz. In Unterzahl wäre Linda Dallmann fast noch das Siegtor (90.+4) gelungen. (sid/dj)