Ärger beim Fan-Marsch: Union-Anhänger üben heftige Kritik an der Polizei
Vor dem Bundesligaspiel des 1. FC Union Berlin beim VfL Wolfsburg ist es am Samstag während des Unioner Fan-Marsches zu Auseinandersetzungen zwischen Berliner Fans und der Polizei gekommen. Auslöser waren Identitätsfeststellungen, die die Beamten nach eigenen Angaben aufgrund von Vorfällen bei der letztjährigen Partie in Wolfsburg durchführten.
Wie die Polizei später mitteilte, hätten sich während der Maßnahmen „Teile der Berliner Fans solidarisiert“, woraufhin es zu Widerstandshandlungen und Angriffen auf Einsatzkräfte gekommen sei. Die Polizei setzte daraufhin „unmittelbaren Zwang“ ein. Dabei erlitt ein Beamter leichte Verletzungen, blieb aber dienstfähig, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt wurden drei Tatverdächtige vorläufig festgenommen und nach Abschluss der Maßnahmen wieder entlassen.

Unions Sport-Geschäftsführer Horst Heldt begab sich noch vor Spielbeginn an den Ort des Geschehens, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen.
„Verhalten der Polizei war herablassend und provozierend“
Die Fan-Organisation „Eiserne Hilfe“ äußerte scharfe Kritik am Vorgehen der Polizei. In einer Stellungnahme wird beschrieben, dass bereits am Wolfsburger Bahnhof „alle Union-Fans, nicht nur die vermeintliche Zielgruppe“, auf engem Raum festgesetzt worden seien, was die Situation unmittelbar zugespitzt habe. Das Verhalten der Polizeibeamten sei „weder deeskalierend noch transparent, sondern herablassend und provozierend“ gewesen. Weiter schreibt die Organisation, das „eindeutig eskalative Verhalten“ der Polizei habe zu mehreren Verletzten unter den Union-Fans geführt, mindestens zwei davon seien medizinisch behandelt worden. Unabhängige Bestätigungen für diese Angaben liegen bislang nicht vor.
Das könnte Sie auch interessieren: Nach sechster Niederlage in Folge: Fans prügeln brutal auf Spieler ein!
Dieser Vorfall fügt sich in eine Reihe problematischer Ereignisse bei Union-Auswärtsfahrten ein. Zuletzt war es beim Spiel in Köln zu einem Rassismus-Vorfall gekommen, der bundesweit für Empörung sorgte.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.