„Absoluter Holocaust“: Fußball-Legende sorgt für Eklat live im TV
Ein Satz im BBC-Studio hat für erhebliche Empörung gesorgt und weit über den britischen Fußball hinaus Diskussionen ausgelöst. Der frühere irische Nationaltorhüter Shay Given, heute als TV-Experte für die BBC tätig, hatte die kurze Amtszeit von Trainer Wilfried Nancy bei Celtic Glasgow in einer Live-Sendung als „absoluten Holocaust“ bezeichnet. Der Vergleich mit dem systematischen Völkermord an mehr als sechs Millionen Juden durch das NS-Regime löste umgehend scharfe Kritik aus.
Given äußerte sich während der BBC-Sendung „Final Score“ zur sportlich wie atmosphärisch chaotischen Phase bei Celtic. Nancy hatte den Klub erst vor wenigen Wochen übernommen, nachdem Martin O’Neill zunächst als Interimstrainer fungiert hatte. Given kritisierte rückblickend, dass O’Neill nicht zumindest noch die entscheidende Woche mit Spielen gegen Hearts, AS Rom und im Ligapokalfinale gegen St. Mirren erhalten habe. Stattdessen habe Nancy in dieser Phase übernommen – und laut Given sei danach „alles zum Albtraum geworden“.
Shay Given: Kannte die Bedeutung des Wortes Holocaust nicht
Noch während der laufenden Sendung reagierte Moderator Jason Mohammed und entschuldigte sich am Ende der Übertragung für die Verwendung „unangemessener Sprache“, ohne den Vorfall direkt einzuordnen. Die BBC selbst schloss sich später der Entschuldigung an.
Given zeigte sich kurze Zeit später reumütig. Auf der Plattform X erklärte der 48-Jährige, er sei „ehrlich beschämt“ über seine Wortwahl. Er habe ein Wort benutzt, dessen volle Bedeutung er nicht verstanden habe, und werde dies „niemals wieder tun“. Zudem kündigte er an, sein Honorar aus der Sendung an den Holocaust Educational Trust zu spenden. Die Entschuldigung fiel deutlich aus: Given bat „uneingeschränkt“ um Verzeihung bei allen, die sich durch seine Äußerung verletzt fühlten, und sprach davon, Wissenslücken künftig schließen zu wollen.
Heftige Kritik an Given in den sozialen Medien
In den sozialen Netzwerken war der Vorfall bereits während der Sendung aufgegriffen worden. Zahlreiche Zuschauer zeigten sich entsetzt, einige sprachen sogar vom möglichen Karriereende des langjährigen BBC-Experten. Andere wiederum wiesen darauf hin, dass Given vermutlich keine bewusste Relativierung des Holocaust beabsichtigt habe, sondern unbedacht gehandelt habe.
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Sportlich endete Nancys Zeit bei Celtic tatsächlich schnell. Der Franzose gewann nur zwei seiner acht Spiele, verlor sechs Partien – darunter ein Derby gegen die Glasgow Rangers – und wurde nach nur 33 Tagen entlassen. Martin O’Neill übernahm erneut und feierte mit einem 4:0 gegen Dundee United direkt einen erfolgreichen Einstand. Der mediale Fokus liegt nun jedoch weniger auf der sportlichen Krise als auf dem sprachlichen Fehlgriff, der eine notwendige Debatte über Sensibilität und Verantwortung im Live-Fernsehen ausgelöst hat. (dpa/vb)
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