„Brutale Gewalt!” 64 verletzte Polizisten bei Zweitliga-Ostderby in Magdeburg
Gewalt-Eskalation beim Ost-Derby! Im Umfeld des Zweitliga-Topspiels am Samstagabend zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden kam es zu üblen Ausschreitungen. Mindestens 64 Polizisten wurden verletzt, teilte das Innenministerium in Magdeburg am Sonntag mit.
Die Polizisten seien mit Pyrotechnik beschossen, mit Absperrgittern und Steinen beworfen sowie mit einem Gullydeckel und Gehwegplatten angegriffen worden.
Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) verurteile die Ausschreitungen. „Mit einem Gullydeckel und Gehwegplatten auf Polizisten einzuschlagen, ist nichts anderes als brutale Gewalt”, erklärte sie. „Den verletzten Kolleginnen und Kollegen wünsche ich baldige Genesung.“
Ausschreitungen rund um Ostderby Magdeburg gegen Dresden
Eine Sprecherin der Polizei hatte zuvor auf Anfrage bestätigt, dass FCM-Fans versucht hätten, in Richtung des Gästeblocks vorzudringen.

Am Samstag waren mehrere hundert Beamtinnen und Beamte aus verschiedenen Bundesländern sowie Kräfte der Bundespolizei in Magdeburg im Einsatz gewesen. Dresden hatte die Partie mit 2:1 gewonnen. Kofi Amoaka (34.) und Thomas Keller (45.+3) drehten vor ausverkauften Rängen die hitzige Partie. Mateusz Zukowski (29.) hatte die leicht favorisierten Magdeburger in Führung gebracht. Während Dynamo nur noch einen Punkt hinter den Nicht-Abstiegsplätzen liegt, verpasste der 1. FCM nicht nur den befreienden Sprung auf Platz elf, sondern auch den ersten Heimerfolg über den Rivalen seit 19 Jahren und erstmals drei Siege in der zweiten Liga in Serie.
Während des Spiels war zudem mehrfach Pyrotechnik durch beide Fanlager abgebrannt worden. Das Spiel war minutenlang unterbrochen.
Polizei: Es kam zu weiteren Straftaten in Magdeburg
Weiterhin kam es laut der Polizei im Magdeburger Stadtgebiet zu weiteren Straftaten wie zu einer räuberischen Erpressung und Sachbeschädigungen. Die Ermittlungen zu allen Sachverhalten dauern an, hieß es.
Die Gewerkschaft der Polizei in Sachsen-Anhalt verurteilte die Ausschreitungen. „Fußball soll Menschen zusammenbringen – nicht Einsatzkräfte, Fans oder Unbeteiligte in Gefahr bringen”, hieß es in einer Erklärung. ”Wer Pyrotechnik in dicht gefüllten Blöcken zündet, Raketen und Böller in Menschenmengen wirft oder Polizeikräfte angreift, hat jedes Recht verwirkt, sich Fan zu nennen. Hier reden wir über Straftäter.” (dpa/hmg)
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