21 Minuten Nachspielzeit! VAR-Wahnsinn in der 2. Liga – Fans reagieren mit Protest
Der Abstiegskampf in der 2. Liga ist emotional. Das ist nichts Neues. Doch wenn der VAR gleich viermal episch lange mitmischt und dabei insgesamt 21 (!) Minuten Nachspielzeit verursacht, werden die Nerven der Beteiligten noch einmal zusätzlich strapaziert. Bei den Zweitliga-Duellen zwischen Holstein Kiel und dem 1. FC Nürnberg sowie bei Arminia Bielefeld gegen den SC Paderborn am Samstag ist genau das passiert. Die erste Halbzeit wurde von vier XXXL-Videobeweis-Entscheidungen verzögert – und die Fans in beiden Stadien zeigten eine entsprechende Reaktion.
Mehrfach bezeichnete Sky-Kommentator Jürgen Schmitz den Videobeweis als „Stimmungskiller“, während alle Beteiligten in Kiel warteten. Und warteten. Und warteten. Minutenlang. Auf ein Signal aus Köln, von Video-Assistent Johann Pfeifer, der an diesem Nachmittag mehr im Mittelpunkt stand, als ihm lieb gewesen sein dürfte.
VAR-Drama in der 2. Liga bei Holstein Kiel und Tim Walter
Aber der Reihe nach. Die Kieler, die nach dem Bundesliga-Abstieg auch in der 2. Liga tief im Keller stecken, lagen gegen Nürnberg schon nach 22 Minuten mit 0:2 zurück. Ex-HSV-Coach Tim Walter, der neue Trainer der „Störche“, war bedient – und die Fans auch. Der Anhang reagierte mit einem Stimmungs-Boykott, abgesehen von vereinzelten Pfiffen wurde es ruhig im Holstein-Stadion.

Und obwohl das Ergebnis aus Kieler Sicht zunehmend besser wurde und sich die Schleswig-Holsteiner noch vor der Halbzeit auf ein 2:2 herankämpften, blieb der organisierte Support aus. Der Grund war jetzt allerdings nicht mehr die Leistung des eigenen Teams, sondern der VAR. Bei beiden Toren der Gastgeber wurde minutenlang geprüft, ehe die Kieler jubeln durften. Statt des Jubels skandierten die Fans aber lieber „Scheiß DFB“.
Beim Anschlusstor durch Adrián Kaprálik (29.) und beim Ausgleich von Kasper Davidsen (45.+8) war es jeweils eine Abseitssituation, die geprüft werden musste. Beide Male war es eng, beide Male war es aber kein Abseits. Fest stand das allerdings erst nach einer Überprüfung, die an den Nerven von Spielern, Trainern und Fans zehrte – allein beim Ausgleichstreffer dauerte es mehr als fünf Minuten, bis er anerkannt wurde. Am Ende verlor Kiel mit 2:3.
Fans in Paderborn protestieren mit Tennisbällen
Fast identische Szenen trugen sich parallel dazu in Bielefeld zu. Bei der Partie der ebenfalls im Abstiegskampf steckenden Arminia gegen den SC Paderborn (2:2) gab es ebenfalls zwei extrem lange VAR-Pausen, die die Gemüter erhitzten. Der Unterschied: Hier zählte keines der beiden Paderborner Tore. Weder das von Filip Bilbija (9.) noch das von Calvin Brackelmann (45.+3/beide Abseits) konnte der Prüfung von VAR Guido Winkmann standhalten.

Entsprechend aufgebracht war der Anhang der Gäste. Und so sorgten sie zu Beginn der zweiten Hälfte direkt selbst für eine Unterbrechung – mit Tennisbällen, die auf den Platz geworfen wurden. Bereits in der Vergangenheit waren Tennisbälle ein übliches Protestmittel gegen den DFB. Der Hamburger Schiedsrichter Patrick Ittrich, der sich auf seiner Abschieds-Tournee befindet, musste das Spiel für rund zweieinhalb Minuten pausieren.
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Die Folge des doppelten VAR-Wahnsinns: sieben Minuten Nachspielzeit in Bielefeld und 14 (!) Minuten Nachspielzeit in Kiel. Beim dritten Samstagsspiel in der 2. Liga zwischen Braunschweig und Düsseldorf (1:0), in dem der VAR kurioserweise ebenfalls zwei Tore aberkannte, ging es dagegen vergleichsweise gesittet zu. Die Wartezeit im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße betrug hier „nur“ wenige Minuten.
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