Fußball-WM
Wahnsinn! Marokko stürmt ins WM-Viertelfinale – aber Sorge um Bayern-Zugang Saibari
Marokko besiegt Co-Gastgeber Kanada und steht im WM-Viertelfinale. Sorgen gibt es aber um Stürmer-Star Ismael Saibari, der früh verletzt ausgewechselt werden musste.
Marokko steht als erste Nation im Viertelfinale der WM 2026. Das afrikanische Überraschungsteam, das schon bei der Weltmeisterschaft vor vier Jahren sensationell Vierter geworden war, besiegte Co-Gastgeber Kanada am Samstagabend mit 3:0 (0:0) und darf weiter vom ganz großen Coup träumen. Gedämpft wurde die Freude über die Treffer von Azzedine Ounahi (50./82.) und Soufiane Rahimi (90.+8) allerdings durch die Verletzung des gerade erst vom FC Bayern verpflichteten Star-Stürmers Ismael Saibari. Es ist unklar, ob er im Viertelfinale überhaupt wieder eingreifen kann.
Ausgelassen hätte die Stimmung sein können beim Afrikameister von 2025. Zum zweiten Mal in Folge steht die marokkanische Nationalmannschaft in einem WM-Viertelfinale, vor vier Jahren in Katar ging es sogar bis ins Halbfinale. Davon darf man in Nordafrika auch dieses Jahr träumen – wenn man im Viertelfinale am Donnerstag (22 Uhr MESZ) entweder Paraguay oder Frankreich schlagen sollte.
Bayern-Zugang Saibari verletzt sich im WM-Achtelfinale
Doch es gab auch sorgenvolle Mienen bei den Marokkanern. Und vor allem auch beim FC Bayern München. Star-Stürmer Ismael Saibari, der am Mittwoch für 50 bis 55 Millionen Euro von PSV Eindhoven zu den Bayern gewechselt war, musste bereits früh verletzt ausgewechselt werden. Der 25-Jährige hielt sich – mutmaßlich ohne gegnerische Einwirkung – schon nach einer Viertelstunde immer wieder den rechten hinteren Oberschenkel.
Nach 22 Minuten war dann endgültig Schluss für Saibari, der die Hände vors Gesicht schlug und enttäuscht vom Feld humpelte. Über die Schwere der Verletzung ist noch nichts bekannt. „Ich glaube, das war’s für ihn“, vermutete der deutsche Ex-Nationalspieler Per Mertesacker im ZDF und prognostizierte „nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, drei oder vier Wochen“ Ausfallzeit. Saibari hatte bislang ein starkes Turnier gespielt, erzielte drei Tore in den ersten vier marokkanischen WM-Spielen.
Sechs Gelbe Karten: WM-Rekord in der ersten Halbzeit
Als Saibari noch auf dem Platz gestanden war, hatte er keinen Stich in der Anfangsphase setzen können. Das lag nicht zuletzt daran, dass Co-Gastgeber Kanada – angepeitscht vom Publikum beim „Auswärtsspiel“ in Houston (USA) – mit Vollgas startete. Jonathan David (5.) und Tani Oluwaseyi (11.) vergaben schon früh Top-Gelegenheiten zur Führung.
Nach dem fulminanten Start und der Saibati-Verletzung wurde die Partie zunehmend zerfahrener, umkämpfter und ruppiger. Gleich sechs Gelbe Karten – vier für Marokko, zwei für Kanada – verteilte der englische Schiedsrichter Michael Oliver allein in der ersten Halbzeit und damit mehr als bei jedem anderen WM-Spiel in diesem Jahr. Am Ende brachten es die beiden Teams auf acht Verwarnungen (Marokko: 4; Kanada: 4).
Ounahi bringt Marokko nach Freistoß in Führung
Spielerisch gab es da nicht ganz so viele Highlights. Für einen davon aber sorgte Azzedine Ounahi: Der 26-Jährige traf nach einem flach ausgeführten Freistoß von Achraf Hakimi mit einer Direktabnahme aus der Distanz zum zu diesem Zeitpunkt überraschenden 1:0 für die Marokkaner (50.). Der xGoals-Wert zu diesem Zeitpunkt: 0,09. Eine Halbchance, ein Tor.
Und Marokko gab sich damit zufrieden. Die Afrikaner gingen nicht mehr Risiko als nötig und zogen sich in die Defensive zurück, sodass Kanada in der Schlussphase noch einmal am Ausgleich schnuppern durfte. David schoss einen Freistoß über das Tor (78.), Tajon Buchanan scheiterte kurz darauf mit einem sehenswerten Distanzschuss an Keeper Bono (79.). Stattdessen aber zeigte sich Marokko gnadenlos effektiv. Ounahi machte nach einem Konter mit seinem zweiten Treffer alles klar (82.), in der Nachspielzeit vollendete Soufiane Rahimi einen weiteren Konter sogar noch zum 3:0 (90.+8). Vier Torschüsse, drei Tore.
Freuen darf man sich in Marokko nun auf den Sieger der Partie zwischen Paraguay und Frankreich, die für den späten Samstagabend (23 Uhr MESZ) angesetzt ist. Im Viertelfinale hat der amtierende Afrikameister am Donnerstag dann die Chance, den historischen Halbfinal-Coup von vor vier Jahren direkt noch einmal zu wiederholen.
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