Fußball-WM
Vor 44 Jahren gab es Krieg zwischen Argentinien und England: Messi-Trainer mahnt
Vor dem WM-Halbfinale gegen England mahnt Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni, sportliche Rivalität und historische Konflikte klar voneinander zu trennen. Auch zur Trikotfarbe äußerte sich der 48-Jährige.
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni hat vor einer Vermischung des WM-Halbfinals gegen England mit dem Falkland-Krieg vor 44 Jahren gewarnt. „Wir denken an Argentinier, an Menschen, die wir im Krieg verloren haben. Aber das müssen wir von dem Spiel trennen“, sagte Scaloni vor dem heutigen Spiel in Atlanta (21 Uhr/ARD und MagentaTV).
Der 48-Jährige verwies darauf, dass der militärische Konflikt lange her und Geschichte sei. „Was haben die Spieler damit zu tun?“, fragte Scaloni. „Es wäre falsch, das mit dem Spiel zu vermischen.“ In dem sportlichen Duell ermitteln die Teams den Finalgegner von Spanien.
Maradonas Worte und die Geschichte
Diego Maradona hatte 1986 nach dem 2:1 im WM-Viertelfinale gegen England gesagt, dass dieser Erfolg auch Rache für die Opfer des Krieges sei.
Die damalige Militärjunta Argentiniens hatte den von April bis Juni 1982 andauernden Krieg mit Großbritannien begonnen und war ein Jahr später an der Niederlage gescheitert. Das Land ging in eine Demokratie über.
Bei jenem 2:1 in Mexiko-Stadt, wo Maradona beim ersten Tor die „Hand Gottes“ zu Hilfe genommen hatte, hatte Argentinien in den dunkelblauen Auswärtstrikots gespielt. Selbiges galt für den Sieg im WM-Achtelfinale 1998 in Saint-Étienne. Auch heute wird Argentinien dieses Trikot tragen – in dem südamerikanischen Land wird dies als gutes Omen empfunden.
Trikotfrage beschäftigt Argentinien
Ich habe das blaue Trikot nicht verlangt.“
Argentinien ist von der Ansetzung die Auswärtsmannschaft. Zuvor war gemunkelt worden, der Verband habe diesen Wunsch bei der FIFA hinterlegt. Trainer Scaloni bestritt eine Einmischung seinerseits: „Ich habe das blaue Trikot nicht verlangt.“
Dabei wäre er bei seinem englischen Amtskollegen Thomas Tuchel auf volles Verständnis gestoßen. „Wenn es um Aberglaube geht, hätte ich dasselbe gemacht. Ich habe auch meine Routinen“, sagte der Schwabe. Tuchel hatte erst in der Pressekonferenz vor dem Spiel von der Trikotfarbe erfahren. (dpa/ggg)
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