Fußball-WM

Nagelsmann soll seinen Rücktritt vorbereiten dürfen – Matthäus mit klarer Forderung

Julian Nagelsmann im Boston Stadium bei der deutschen Nationalhymne vor dem Spiel gegen Paraguay.
Bundestrainer Julian Nagelsmann blickt vor dem WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay im Boston Stadium konzentriert ins Stadion.

Das Treffen mit den DFB-Bossen ist gelaufen, das Ende von Julian Nagelsmann als Bundestrainer steht offenbar unmittelbar bevor. Laut „SZ“ deutet alles auf Jürgen Klopp als Nachfolger hin. 

Die Tage des Bundestrainers Julian Nagelsmann scheinen gezählt. Der 38-Jährige „hat keine Chance mehr“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ eine namentlich nicht genannte Quelle aus dem Deutschen Fußball-Bund. Nach dem Gipfel mit den DFB-Bossen am Donnerstag steht ein Rücktritt in Raum.

Informationen der „Bild“ zufolge verließ der aus München eingeflogene Nagelsmann das dreistündige Treffen mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Geschäftsführer Andreas Rettig, Sportdirektor Rudi Völler und Bundesliga-Präsident Hans-Joachim Watzke in Frankfurt/Main kurz vor halb zwei am Steuer einer schwarzen Limousine.

Bericht: Nagelsmann wurde der Rücktritt nahegelegt

Zunächst soll Nagelsmann seine Sicht auf das WM-Debakel im Sechzehntelfinale gegen Paraguay geschildert haben. Sportliche Fehleinschätzungen seien ebenso Thema gewesen wie die Atmosphäre im inzwischen heftig kritisierten WM-Camp von Winston-Salem. Dann wurde Nagelsmann laut „Bild“ ein freiwilliger Rücktritt nahegelegt, der Bundestrainer habe Bedenkzeit erhalten.

Bis „allerspätestens Anfang der kommenden Woche“ werde eine Entscheidung fallen. Eine Abfindung in Höhe von sieben Millionen Euro soll Nagelsmann der Zeitung zur Folge auch bei einem Rücktritt kassieren. Einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge soll die Ablösung von Nagelsmann ausgemachte Sache und bis zum Wochenende durch sein.

Nagelsmann-Entscheidung „allerspätestens Anfang der kommenden Woche“

„Alles“, schreibt die „SZ“, deute jetzt auf Jürgen Klopp als Nachfolger hin. Allerdings gibt es auch Zweifel innerhalb des Verbandes an der Wunschlösung vieler Fans. Die Reputation des früheren Meistermachers von Dortmund und Liverpool habe zuletzt gelitten, außerdem werde der 59-Jährige sicher noch teurer als Nagelsmann. Sollte Klopp grünes Licht geben, kann er von der Exit-Option in seinem RB-Vertrag Gebrauch machen, wie Sky berichtet hatte. Diese habe er sich vor seinem Engagement zusichern lassen.

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Noch-Bundestrainer Nagelsmann hatte nach dem WM-Desaster noch versichert, er werde den Bossen um Neuendorf schon „Argumente liefern“ für seine Weiterbeschäftigung. Der Verband, an den er vertraglich bis 2028 gebunden ist, wisse, was er an ihm habe. „Jeder weiß, wie ich als Trainer ticke.“

Nach „DPA“-Informationen hat DFB-Präsident Neuendorf am Mittwoch in einer internen Mail an hochrangige Ehren- und Hauptamtliche über den Stand der Dinge informiert. Man werde weiter fortlaufend berichten. Über die Auflösung eines Vertrags von Nagelsmann würde der DFB-Aufsichtsrat entscheiden. Ebenso bei einer Verpflichtung eines Nachfolgers. 

Matthäus fordert Nagelsmann-Rücktritt

Frischen Dampf machte nun noch mal Lothar Matthäus. „Ich trete zurück. Das wäre Manns genug für mich zu sagen: Das war's“, sagte der Rekordnationalspieler der Bild. Er wisse nicht, „warum Julian Nagelsmann nicht den Charakter hat und einsieht, dass er mit dieser Mannschaft keine Zukunft hat.“ (sid/dpa/eli)