Fußball-WM
Infantino spricht über Trumps Anruf – FIFA schmettert Belgiens Beschwerde ab
Gianni Infantino meldet sich in der „Causa Balogun“ zu Wort. Der FIFA-Chef bestätigt ein Gespräch mit US-Präsident Donald Trump – weist eines aber deutlich zurück. Eine Beschwerde wurde derweil abgewiesen.
Rund 24 Stunden später: FIFA-Chef Gianni Infantino hat sich in der „Causa Balogun“, die am Sonntag sofort für Aufsehen gesorgt hatte, verteidigt und Kritik zurückgewiesen, wonach die Intervention von US-Präsident Donald Trump einen Einfluss auf die Entscheidung genommen haben soll. In dieser Angelegenheit habe er „tatsächlich einen Anruf von Präsident Donald Trump erhalten“, teilte der Schweizer am Montag in einer vom Weltverband verbreiteten Stellungnahme mit. Infantino betonte darin, dass die FIFA-Disziplinarkommission „unabhängig“ sei.
Darauf habe er auch in dem Gespräch mit Trump hingewiesen. Er habe erläutert, „dass ein laufendes Rechtsverfahren vor den unabhängigen Justizorganen der FIFA anhängig sei und dass der Fall zu gegebener Zeit von den zuständigen Gremien entschieden werde“, sagte der FIFA-Präsident: „So funktioniert das System der FIFA, und dieses Prinzip werde ich immer verteidigen.“
Infantino will die „Integrität des Fußballs“ respektieren
Die Entscheidung der FIFA, die Sperre von Balogun für das Achtelfinale gegen Belgien am Dienstag (2 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln, hatte weltweit für Aufschrei gesorgt. Auch die Politik hat sich eingeschaltet.
Die Unabhängigkeit der Justizorgane sei „für die Glaubwürdigkeit und Integrität des Fußballs unerlässlich, und dies muss stets respektiert werden“, sagte Infantino. Manchmal überraschten ihn die Entscheidungen der FIFA-Disziplinarkommission.
„Manchmal stimme ich ihnen zu, und manchmal stimme ich ihnen nicht zu“, so Infantino. „Was ich jedoch immer tue, ist, diese Entscheidungen und die Autonomie der Gremien, die sie treffen, zu respektieren.“ Trump hatte bereits zuvor eingeräumt, dass es ein Telefongespräch mit Infantino gegeben habe, und im Weißen Haus seine eigene Sicht der Dinge dargestellt.
Balogun darf gegen Belgien spielen – das ist die Erklärung
Nach Infantinos Statement gab es am Abend dann noch eine neue Entwicklung. Es wurde mitgeteilt, dass die amerikanische Nationalmannschaft im Achtelfinale gegen Belgien mit Stürmerstar Balogun auflaufen kann. Nachdem der Weltverband überraschend die Rotsperre des Angreifers auf Bewährung ausgesetzt hatte, erklärte die FIFA nun eine Beschwerde des belgischen Verbands dagegen für unzulässig.
Als Begründung wurde angeführt, dass der belgische Verband „nicht Verfahrenspartei sei und somit keine Beschwerdebefugnis gegen die Entscheidung besitze“, hieß es in der Entscheidung von der FIFA. Grund dafür ist offenbar, dass die Rote Karte aus einer Begegnung stammt, an der Belgien nicht beteiligt war. (sid/dpa/mp)
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