Fußball-WM

„Gefährlicher Weg“: Norwegen geht im Fall Balogun einen drastischen Schritt

Ståle Solbakken und Erling Haaland nach dem WM-Viertelfinale Norwegen gegen England in Miami.
Erling Haaland ist das Gesicht der norwegischen Nationalmannschaft von Trainer Stale Solbakken (r.).

Trotz seiner Roten Karte musste US-Stürmer Folarin Balogun bei der WM nicht aussetzen. Die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness will insbesondere ein Trump-Telefonat nicht ignorieren.

Der Balogun-Fall sorgt im Weltfußball weiter für Aufregung und Erklärungsbedarf. Nun hat Norwegens Verbandspräsidentin Lise Klaveness angekündigt, eine formelle Beschwerde bei der FIFA einzureichen.

Sie wolle die Einmischung von US-Präsident Donald Trump nicht ignorieren, erklärte sie in einem Interview der englischen „Times“. Klaveness rügte die FIFA-Funktionäre und warf ihnen vor, den Fall vertuschen zu wollen.

Klaveness kritisiert Regelverstoß bei der WM

FIFA-Präsident Gianni Infantino und Trump stehen seit mehreren Wochen massiv in der Kritik, nachdem US-Stürmer Folarin Balogun seine Sperre trotz Roter Karte für das Achtelfinale gegen Belgien erlassen bekommen hatte.

Lise Klaveness vor blauem Hintergrund mit NFF-Lanyard vor dem WM-Spiel Norwegen gegen Frankreich in Foxborough.
Die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness kündigte eine Beschwerde an.

Die in der jüngeren WM-Geschichte beispiellose Aufhebung der Sperre folgte auf einen Anruf Trumps bei Infantino. Balogun spielte in Seattle, konnte das 1:4 gegen Belgien aber nicht verhindern.

„Wer gegen eine solche Regel verstößt, begibt sich auf einen gefährlichen Weg und gefährdet den gesamten Sport“, sagte die 45 Jahre alte Klaveness. Norwegens Verband wolle den Fall vollständig aufklären, das gelte insbesondere für das Telefonat Trumps mit Infantino. (dpa/mkw)

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