Tickets für ein Heimspiel des FC St. Pauli

Eintrittskarten für ein Heimspiel des FC St. Pauli sind nur schwer zu bekommen. Foto: WITTERS

Zum Wohle der Fans: So wichtig ist der Sieg vor Gericht für den FC St. Pauli

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Seit dem Urteilsspruch sind inzwischen ein paar Tage vergangen, was allerdings nichts am Wert ändert: Das Landgericht Hamburg hat am vergangenen Freitag entschieden, dass die Ticketplattform Viagogo künftig klar und gut sichtbar darauf hinweisen muss, dass über die Plattform erworbene Karten nicht zum Zutritt zum Millerntor-Stadion berechtigen. Aber was heißt das im Detail? Und wie argumentiert der Verein?

Viele Käufer*innen wüssten nicht, dass es sich bei Viagogo um ein nicht autorisiertes Angebot handelt, schrieb der FC St. Pauli. Zumal Tickets dort oft bereits erscheinen würden, bevor die Vereine überhaupt in den Verkauf gingen. Die Richter stellten nun fest, dass Menschen beim Kauf über Viagogo einem „erheblichen Risiko“ ausgesetzt seien: Trotz teils massiv überhöhter Preise könne der Einlass am Millerntor verweigert werden, ohne dass ihnen dies vorher ausreichend klar sei.

St. Pauli-Tickets auf Viagogo kosten oft das Fünffache

Das Problem ist nicht neu und viel diskutiert. Seit Jahren tauchen für Heimspiele des FC St. Pauli bei Viagogo Tickets teils zum Fünffachen des regulären Preises auf. Was manch ein Fan, der auf diesem Weg eine Karte erwibt, wissen muss: Der FC St. Pauli akzeptiert über Viagogo gekaufte Tickets nicht. In der Praxis führt dies regelmäßig dazu, dass die betroffenen Menschen am Einlass abgewiesen werden.

St. Pauli bietet eigenen Zweitmarkt für Karten an

Um Verbraucher*innen künftig besser vor Fehlannahmen und finanziellen Schäden zu schützen, hatte der FC St. Pauli Klage vor dem Landgericht Hamburg eingereicht mit dem Ziel, eine klare Verpflichtung für Viagogo, transparent über die tatsächliche Nichtgültigkeit der angebotenen Tickets zu informieren, zu erreichen. Analog zu einem Urteil des Landgerichts Berlin, das Union Berlin in einem vergleichbaren Verfahren erwirkt hatte. Und das Landgericht Hamburg folgte der Argumentation des Kiezklubs.

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„Uns geht es darum, unsere Fans vor überhöhten Preisen, intransparenten Angeboten und Enttäuschungen am Stadion zu schützen. Der Entscheid ist ein wichtiger Schritt zu mehr Verbraucherschutz und Fairness“, wird Vereinssprecher Patrick Gensing auf der Homepage zitiert. St. Pauli geht schon seit längerem entschlossen gegen unfairen Weiterverkauf vor. Spieltag um Spieltag werden Tickets, die auf der nicht-autorisierten Ticketplattform Viagogo angeboten werden, vom Verein storniert. Bei Heimspielen gibt es Clearing-Stellen, an denen betroffene Fans informiert und beraten werden. Für reguläre Rückgaben oder Weiterverkäufe bietet der FC St. Pauli zudem einen eigenen, sicheren Ticket-Zweitmarkt an.

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