Zum Jubiläum: St. Paulis „polnischer Mats Hummels“ vor Startelf-Rückkehr

Jackson Irvine herzt Adam Dzwigala
Bei Kapitän Jackson Irvine und Co. genießt Adam Dzwigala (r.) allergrößte Hochachtung.

Er kommt aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Sein erstes Bundesliga-Tor, ausgerechnet im Derby beim HSV, sein 30. Geburtstag am 25. September, der 100. Einsatz in Braun–Weiß beim 1:1 in Köln – und jetzt hat er auch noch die fünf Jahre beim FC St. Pauli vollgemacht. Pünktlich zum Dienstjubiläum winkt Adam Dzwigala eine Startelf-Nominierung beim Keller-Knaller in Mainz am Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de).

„St. Pauli ist eine große Sache für mich und meine Familie, und ich bin wirklich sehr stolz, Teil dieses Vereins zu sein“, sagte der Pole in einem Video-Porträt, das der Klub anlässlich des Ereignisses online gestellt hat. „100 Spiele zu absolvieren, fühlt sich unglaublich an, es ist eine große Leistung, und ich bin sehr, sehr glücklich darüber.“ Der FC St. Pauli bedeute ihm sehr viel: „Das ist meine Familie, ein wichtiger Teil meines Lebens, und ich bin hier sehr, sehr glücklich. Hamburg ist meine Heimat geworden. Meine Kinder sind hier geboren, sprechen auch Deutsch, deshalb werde ich Hamburg immer sehr verbunden sein. Ich fühle mich hier wie zu Hause.“

Adam Dzwigala: „Der FC St. Pauli ist meine Familie“

Dass er Fußballer wurde, war, so sagte er, alternativlos. „Ich würde sagen, ich hatte keine andere Wahl, denn mein Vater war auch Fußballspieler und -trainer. Mein Vater hat mich im Fußball am meisten beeinflusst. Alles, was ich kann, habe ich von ihm gelernt.“ Wegen Papa Dariusz und dessen Vereinen hat Adam Dzwigala auch schon ein paar Ecken der Welt gesehen: „Ich glaube, ich war drei Monate alt, als ich in Israel lebte. Mit fünf Jahren lebten wir in der Türkei. Und dann, als wir wieder nach Polen zogen, wuchsen wir in Warschau auf.“

Adam Dzwigala, Martijn Kaars und Arkadiusz Pyrka nach dem Sieg gegen Heidenheim
Hatte nach dem Heidenheim-Spiel gut lachen: Adam Dzwigala (r., hier mit Arkadiusz Pyrka und Martijn Kaars)

Ein Ex-Bundesliga-Star machte Dzwigala zum Verteidiger

Und das runde Leder war dabei stets im Mittelpunkt. „Seit ich denken kann, kam ich immer direkt von der Schule, warf meinen Rucksack hin und ging zum Training“, erzählte der Innenverteidiger, der lange viel weiter vorne beheimatet gewesen ist. „Als ich mit dem Fußballspielen anfing, war ich Stürmer und Offensivspieler“, ließ Dzwigala wissen. „Vielleicht habe ich deshalb immer noch diese Fähigkeiten im Strafraum, die nützlich sind, um ein Tor zu schießen. Ich bin erst mit 18 Jahren Verteidiger geworden, glaube ich.“

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  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag

  • 16 Seiten Sport: Debatte um WM-Boykott, HSV-„Rambo“ im Interview & St. Paulis neuer Stürmer

  • 28 Seiten Plan 7: Das Festival „Fokus Tanz“, „Holiday On Ice“ mit Max Giesinger & Ausgeh-Tipps für jeden Tag

Schuld daran war ein alter Bekannter hierzulande. „Wir hatten einen Trainer, Tomasz Hajto. Er hat auch in Deutschland gespielt, bei Schalke. Er sagte immer, ich sei der neue polnische Mats Hummels. Und so wurde ich Verteidiger.“ Und heuerte im Dezember 2020 auf dem Kiez an.

Kiezklub-Aufstieg „der schönste Moment meines Lebens“

„Als ich hierherkam, hatte ich keine großen Erwartungen, weil ich fünf Monate vereinslos war“, berichtete Dzwigala. „Deshalb war ich einfach nur überglücklich, hier meinen ersten Kurzzeitvertrag zu unterschreiben. Ich wusste, dass ich hart arbeiten muss, um für meine Zukunft zu kämpfen, und das habe ich auch getan.“ Mit Erfolg, wie längst alle wissen.

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Nur normal wird sich das für Adam Dzwigala nie anfühlen: „Wenn ich durch den Tunnel gehe und wir hier in unserem Stadion auf den Platz laufen, bekomme ich immer Gänsehaut. Wenn ich unsere Fans höre, wenn die Glocken läuten, ist das alle zwei Wochen etwas ganz Besonderes.“ Ja, das alles sei einfach unglaublich – mit einem Ausreißer nach oben: „Der Tag, als wir hier im Stadion den Aufstieg gefeiert haben, war einfach unbeschreiblich. Das war der schönste Moment meines Lebens.“