Wolfsburg-Abstieg hat Folgen für St. Pauli – auch für Hauke Wahl?
Man weiß es nicht, aber es ist schon zu vermuten, dass auch aus dem Umfeld des FC St. Pauli die wenigsten Menschen am Montagabend Mitleid hatten mit dem VfL Wolfsburg. Der SC Paderborn hat zwar aus Hamburger Warte auch nur bedingt Charme, dennoch hatten die Ostwestfalen als krasser Außenseiter in der Bundesliga-Relegation das Gros der Fans auf ihrer Seite. Auf Sicht wird man sich auf dem Kiez allerdings wohl eher wünschen, Wolfsburg hätte auch den Klassenerhalt geschafft, nachdem die Niedersachsen Braun-Weiß am letzten Spieltag in die 2. Liga geschickt haben.
Wo man sich nach dem 2:1 des SCP nach Verlängerung jetzt wiedersehen wird, allerdings mit höchst unterschiedlichen Ansprüchen. Bei St. Paulis Verantwortlichen werden es nicht alle gefeiert haben, ein solches Schwergewicht mit ins Unterhaus zu nehmen. Natürlich wird der VfL seinen Kader auf links drehen, viele namhafte Akteure werden gehen. Aber von der Aller sickerte schon vor einigen Wochen durch, dass Geldgeber VW gewillt sei, zumindest für eine Zweitliga-Saison einen Vollgas-Etat zur Verfügung zu stellen.
Ein Zweitliga-Aufstiegsplatz schon vergeben?
Wolfsburg ist noch mehr Favorit auf die direkte Bundesliga-Rückkehr, als es das zum Beispiel der HSV nach seinem Abstieg gewesen ist. Überhaupt dürfte es in jüngerer Vergangenheit keinen einzigen Klub gegeben haben, sei er auch noch so namhaft, der mit einer derart wirtschaftlichen Wucht in die Zweitklassigkeit geht. Wenn sie nicht wieder alles verkehrt machen beim VfL, sollte ein Aufstiegsplatz fest vergeben sein. Nicht gut für den Rest.
St. Pauli hat großen Respekt vor der 2. Liga
Nicht gut für den FC St. Pauli, wo man eh davon ausgeht, dass die nächste Saison kein Zuckerschlecken wird. Der Werdegang der Vorjahresabsteiger VfL Bochum und Holstein Kiel ist auch rund ums Millerntor allgegenwärtig, der Respekt vor der 2. Liga aus langjähriger eigener Erfahrung groß. Dass nun mit Wolfsburg noch ein solch dicker Brocken bewegt werden will, macht die Sache gewiss nicht einfacher. Zudem geht dem Kiezklub durch den VfL-Abstieg eine hohe sechsstellige Summe flöten (um die 700.000 Euro), weil man im TV-Ranking einen Platz verliert.
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Eventuell hat der VfL-Abstieg aber auch auf andere Art und Weise Einfluss auf die Zukunft des FC St. Pauli. Immer wieder war der Name von Trainer Alexander Blessin in Zusammenhang mit den Grün-Weißen genannt worden. Schon im vergangenen Jahr, jetzt erneut, wenngleich nicht an vorderster Position. Durch den Abstieg dürfte sich das Thema – wenn es denn jemals eins gewesen ist – vermutlich endgültig erledigt haben.
Was macht St. Paulis Hauke Wahl?
Und dann ist da ja noch die Causa Hauke Wahl. Dem liegt nach MOPO-Informationen das deutlich beste Verdienstangebot seiner Karriere vor, es stammt aber natürlich aus den Tagen, als Wolfsburg noch erstklassig gewesen ist. Inwieweit das Zahlenwerk auch fürs Unterhaus noch hochgradig lukrativ wäre, ist nicht geläufig. Dem 32-Jährigen wäre ein möglicher Wechsel sicher einfacher gefallen mit dem Wissen, bei großartiger Entlohnung weiter gegen die Bayern oder den BVB spielen zu können. Jetzt aber hat der VfL wenig Pfunde zum Wuchern, steht vor dem kompletten Umbruch bei Sportlicher Leitung, Trainer und Kader.