Donald Trump und Gianni Infantino schauen glücklich

Laut US-Präsident Donald Trump (l.) wird die WM 2026 die beste aller Zeiten werden. FIFA-Boss Gianni Infantino würde ihm kaum widersprechen. Foto: IMAGO/Avalon.red

WM-Boykott wegen Grönland? Das sagt St. Pauli-Boss Göttlich – was denken Sie?

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Soll Deutschland die Fußball-WM in den USA boykottieren, wenn US-Präsident Trump im Streit um Grönland weiter auf Eskalation setzt? Ein knappes halbes Jahr vor dem Großereignis beginnt eine Debatte über mögliche Konsequenzen für den Sport.

Die jüngste Vergabe des extra für ihn geschaffenen Friedenspreises des Fußball-Weltverbands FIFA an US-Präsident Donald J. Trump zeigte erst kürzlich, wie sehr Fußball und Politik miteinander verwoben sein können. Erst recht in Krisenzeiten. 1980 boykottierte (West-)Deutschland die Olympischen Spiele 1980 in Moskau wegen des sowjetischen Krieges in Afghanistan. Sollte jetzt die WM 2026 ohne die DFB-Elf stattfinden, falls der aktuelle Konflikt um Grönland eskaliert? Fußballfunktionäre und Politiker ziehen dies zumindest in Betracht.

Trump droht mit Einmarsch in Grönland

Oke Göttlich, Vereinspräsident des FC St. Pauli, warf auf der Online-Plattform LinkedIn die Frage auf „ob Europäer an einem Wettbewerb in einem Land teilnehmen sollten, welches Europa indirekt und gegebenenfalls demnächst direkt angreift”.

Und was denken Sie über die Möglichkeit eines deutschen WM-Boykotts?

Die WM findet im Juni und Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt, der größte Teil der Spiele wird allerdings in den USA stattfinden. Deren Präsident Trump dem NATO-Mitglied Dänemark derzeit recht unverhohlen mit der militärischen Besatzung der nordatlantischen Großinsel Grönland droht – und acht europäischen Staaten Strafzölle auferlegen möchte. Mit Jürgen Hardt will selbst der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion einen WM-Boykott nicht ausschließen, falls „die Vereinigten Staaten Grönland widerrechtlich annektierten”. Dann, so Hardt, könne er sich nicht vorstellen, „dass man dort ein fröhliches Fußballfest” feiere.

Schon bei der WM in Katar wurde diskutiert

Es kam bislang eher selten vor, dass die Positionen von Oke Göttlich mit denen von CDU-Außenpolitikern übereinstimmen – aber vermutlich ist auch dies ein Indiz für die unübersichtlicher gewordene Weltlage. Doch was kann der Boykott eines Großereignisses politisch bewirken? Wie schwer darf die Enttäuschung von Sportlern wiegen, die um eine vielleicht einmalige Chance gebracht werden? Fragen, die schon anlässlich der Fußball-WM 2022 in Katar aufgrund der dortigen Menschenrechtssituation aufgeworfen worden sind, an der die DFB-Elf schließlich (wenn auch nicht allzu lange) teilnahm.

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