FC St. Pauli

Wirbt Wolfsburg wirklich um St. Paulis Hauke Wahl?

Fußballspieler im braun-weiß gestreiften Trikot winkt im Stadion und hält eine Trinkflasche.
Geht er oder bleibt er? Die Zukunft von St. Paulis Hauke Wahl ist weiterhin nicht final geklärt.

Mitabsteiger Wolfsburg hat noch immer kein Angebot für Hauke Wahl abgegeben – und St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann ist in der Branche für seine Hartnäckigkeit bekannt.

Die Nummer ist ein wenig ins Stocken geraten. Und untern Strich erinnert all das ein wenig an die unvollendeten Mühen des VfL Wolfsburg um Alexander Blessin. Lange war der inzwischen beim FC St. Pauli freigestellte Coach Wunschkandidat Nummer eins beim Mitabsteiger, verlor dann aber das Rennen gegen Tobias Strobl. Auf Hauke Wahl wartet anscheinend ein ähnliches Schicksal.

Der Kampf um den Klassenerhalt war in vollem Gang, als die Niedersachsen plötzlich via „Kicker“ ihr Interesse an St. Paulis Führungsfigur in die große, weite Welt hinausposaunte. Amüsiert war man darüber nicht auf dem Kiez und vermutete schon seinerzeit in der ganzen Geschichte mehr Störmanöver als tatsächlich intensives Werben. Und so scheint es jetzt auch zu kommen.

Wolfsburg warb mitten im Abstiegskampf um Hauke Wahl

Die ungefähren Zahlen, mit denen die Wölfe Wahl den Kopf zu verdrehen versuchten, wurden bald nach außen getragen. Im sechsstelligen Bereich, so heißt es, hätte der gebürtige Hamburger monatlich verdienen sollen – im Fall des Klassenerhalts wohlgemerkt. Bei St. Pauli mutmaßte man: Die Sache läuft so lange konkret ab, bis es irgendwann um eine Ablösesumme gehen wird. Dann streicht der VfL die Segel, weil man für einen 32-Jährigen nicht so viel Zaster auszugeben bereit ist.

Das müsste er aber. Hauke Wahl ist zum einen Neu-Coach Marcell Rapp bestens aus Kieler Tagen bekannt, zudem charakterlich eine Integrationsfigur für die anderen Spieler, vor allem aber auch fürs Fanklientel des FC St. Pauli. Seine vorzeitige Vertragsverlängerung ist noch kein Jahr alt, und auch auf sportlicher Ebene könnte man an der Elbe den Routinier sehr gut dafür gebrauchen, um um ihn herum eine neue Mannschaftshierarchie aufzubauen. Zudem möchte hier ein monetär durchaus potenter Konkurrent aus derselben Liga einen wichtigen Akteur loseisen.

St. Paulis Andreas Bornemann ist ein harter Verhandler

Warum also sollte St. Pauli Wahl für vergleichsweise kleines Geld nach Wolfsburg ziehen lassen? Dazu kommt, dass Sportchef Andreas Bornemann in der Branche für seine Hartnäckigkeit bekannt ist. Als seinerzeit Fabian Hürzeler zu Brighton & Hove Albion wollte und umgekehrt, blieb Bornemann so lange standhaft, bis er um die fünf Millionen Euro plus Zusatzzahlungen eingetütet hatte – für einen Trainer, der nur noch ein Jahr unter Vertrag gestanden hatte!

VfL wurde bislang nur einmal bei St. Pauli vorstellig

Entsprechend verwundert es nicht, dass aus Wolfsburg so langsam Stimmen vernommen werden, wonach man eher nicht mehr mit einer Verpflichtung Wahls rechnet. Nach MOPO-Informationen hatte es zwar eine Kontaktaufnahme gegeben, doch seitdem die VfL-Seite mit den groben Vorstellungen St. Paulis vertraut gemacht wurde, die offenbar auf jeden Fall im siebenstelligen Bereich liegen, ruht der See still. Genauso, wie man es rund ums Millerntor vermutet hatte.  

Kommentare öffnen