Andréas Hountondji läuft beim Training

Fehlt wohl noch am Samstag, bleibt aber den Winter über in Hamburg: Andréas Hountondji Foto: WITTERS

„Wir waren überrascht“: St. Pauli-Stürmer Hountondji fällt harte Entscheidung

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Er hatte wie avisiert unter der Woche wieder auf dem Trainingsplatz gestanden und sukzessive die Belastung erhöht. Mit der Mannschaft konnte Andréas Hountondji indes bisher noch nicht trainieren, was einen Einsatz am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) gegen Heidenheim mindestens fraglich macht. Dafür traf der Angreifer des FC St. Pauli eine wichtige Entscheidung für die nahe Zukunft.

Der Fortschritt nach seiner Verletzung aus dem Bayern-Spiel ist messbar. „Bei seinen Läufen war er schon wieder bei 33 km/h“, erklärte Alexander Blessin am Donnerstag. „Das ist schon ein ganz gutes Tempo, und er kann es noch schneller.“ Zeigen können wird Hountondji dies wohl allerdings frühestens am Sonntag der kommenden Woche in Mainz, den Keller-Krimi am Millerntor wird er laut Trainer sehr wahrscheinlich verpassen: „Wir machen morgen noch mal einen Test, aber es ist schwierig, schon wieder mit ihm zu planen.“

St. Paulis Andréas Hountondji reist nicht zum Afrika-Cup

Dafür kann Blessin überraschend den kompletten Winter über auf den Vierfach-Torschützen zurückgreifen. Eigentlich war man beim Kiezklub bis zuletzt davon ausgegangen, dass Hountondji als Nationalspieler des Benin noch im Dezember zum Afrika-Cup nach Marokko reisen würde, was eine Abstinenz bis in den Januar hinein nach sich gezogen hätte. Doch dazu wird es nicht kommen.

Der Angreifer hat – so erklärte es Blessin – nach Rücksprache mit dem heimischen Verband selbstständig entschieden, dass es besser für alle Beteiligten wäre, wenn er nicht am Turnier teilnimmt. „Das ist eine Entscheidung, die er jetzt getroffen hat“, ließ Blessin wissen und ergänzte: „Wir waren selbst überrascht, weil in unserer Planung am Anfang von der Saison war es ja auch so, dass wir dann für die zwei, drei bis vier Wochen nicht mit ihm gerechnet haben. Aber er kam dann auf uns zu und hat es mit dem Verband dann auch geregelt.“

Trainer Alexander Blessin: „Das ist aller Ehren wert“

Darüber sei man einerseits natürlich froh, „aber er war jetzt auch des Öfteren verletzt, hatte Probleme mit dem Sprunggelenk, jetzt mit dem Oberschenkelmuskel. Von daher geht es natürlich erst mal darum, den Spieler wieder gesund zu bekommen“. Dass es dem nicht an Verbundenheit zu seiner Heimat fehlt, stellte Blessin dann noch einmal extra heraus: „Ich glaube, er liebt sein Land, und er hat mir bisher auch immer den Eindruck vermittelt, dass er unbedingt für sein Land auch spielen will. Aber wenn man merkt, man kommt nicht so richtig in Tritt, auch körperlich, und man muss einfach immer wieder Rückschritte in Kauf nehmen durch Verletzungen, ist es irgendwann mal hart.“

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Und wenn sich dann ein Spieler so entscheide, dann sei es „aller Ehren wert“. Zumal das im Benin sicherlich auch nicht alle gutheißen würden. „Ich unterstütze seinen Schritt, aber es geht um ihn und die Frage: Wie kriegt er mehr oder weniger seinen Körper wieder so in Schuss, dass er für seinen Verein, für seinen Arbeitgeber, aber natürlich auch für sein Land als Nationalspieler dann auch wieder dementsprechend Leistung zeigen kann?“ Es gehe um den Menschen, um die Person, so Blessin. „Und dabei möchte ich es dann auch belassen.“

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