„Nicht das Nervenkostüm“: Wie St. Pauli Oppie wieder in die Spur bringen will
Es ist menschlich und normal, dass Durststrecken an Leistungssportlern nicht mal eben so abperlen. Vor allem dann, wenn sie gerade erst den Sprung aufs höchste Niveau geschafft haben. Von daher ist es nachvollziehbar, was sich beim FC St. Pauli gerade in Bezug auf die Personalie Louis Oppie abspielt. Aber man wünscht dem ehemaligen Bielefelder so sehr, dass er das Kopfkino so schnell wie möglich ausschalten und in die Erfolgsspur zurückkehren kann.
In der vorherigen Cuprunde war er noch der umjubelte Matchwinner gewesen. In Gladbach hatte der linke Schienenspieler den 2:1-Siegtreffer markiert, überhaupt ist der DFB-Pokal ja sein Wettbewerb, wo er doch im Vorjahr mit der Arminia bis ins Finale nach Berlin vorgedrungen war. Also ergab Oppies Rückkehr in die Startelf in Leverkusen absolut Sinn, auch weil Manolis Saliakas geschont werden musste. Ausgezahlt hat sich die Maßnahme indes nicht.
St. Paulis Louis Oppie zur Pause ausgewechselt
Von den teils wirklich beeindruckenden Auftritten in 2025 ist der Sommer-Zugang aktuell weit entfernt, das setzte sich auch in der BayArena fort. Oppies Verunsicherung konnte man bis hoch unters Tribünendach spüren, selbst die einfachsten Dinge misslangen, von den schwereren wie maßgenaue Flanken ganz zu schweigen. Schon zur Pause hatte der 23-Jährige wieder Feierabend.
Das könnte Sie auch interessieren: Verletzungssorgen zur Unzeit
„Momentan sieht man, dass er nicht unbedingt das Nervenkostüm hat“, befand Alexander Blessin und erinnerte an die Startphase seines Schützlings, der in der vergangenen Saison noch in der 3. Liga gespielt hat. „Er hat am Anfang auch ein bisschen Zeit gebraucht, ist sicherer geworden und hat dann mehr oder weniger über den Kampf ins Spiel gefunden.“ Ein Weg, den der gebürtige Berliner wohl ein zweites Mal wird beschreiten müssen.
„Das ist schade, aber wir müssen uns da gemeinsam wieder rausziehen“, erklärte sein Trainer, da müsse jeder an sich arbeiten: „Wir können ihm gut zureden, aber die Überzeugung, dass er da durch will, muss von ihm kommen.“ Schlechte Phasen seien ganz normal, vor allem bei jungen Spielern in ihrer ersten Bundesliga-Saison. „Es geht halt darum, Erfahrungswerte zu sammeln. Zeit haben wir nicht, das wissen wir alle, aber es gilt, daran zu arbeiten.“
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.