Werder-Test stand vor Absage! Dann zeigte St. Pauli „viele gute Dinge“ – ohne Tore
Es hat tatsächlich stattfinden können und zuvor deutlich intensiver auf der Kippe gestanden, als nach außen gedrungen war: Im einzigen Testspiel vor Wiederbeginn der Bundesliga war der FC St. Pauli gegen Werder Bremen durchgehend die bessere Mannschaft, musste sich aber mit einem torlosen Remis zufrieden geben. Das Wichtigste war jedoch, dass überhaupt gespielt werden konnte.
„Am Samstag waren wir kurz davor, das Spiel kurzfristig abzusagen“, ließ St. Pauli-Boss Oke Göttlich nach dem Schlusspfiff wissen. „Wir haben die Entscheidung getroffen, das nicht zu tun, weil der Platz auf jeden Fall fähig war, bespielt zu werden. Dann war die Frage: Zuschauer, ja oder nein?“ Auch das habe zur Debatte gestanden.
Doch die Stadtreinigung habe bereits am frühen Morgen ab 6.30 Uhr einmal rund ums Stadion Schnee und Eis beseitigt, „eine unfassbare Hilfe, weil sonst hätten wir das alleine nie weggeschippt gekriegt“. Und dann waren am Morgen noch knapp 80 Menschen gekommen, „die hier mit Schaufeln und so weiter echt zentimeterdickes Eis von den Stufen weggeschippt haben“.
Millerntor gegen Bremen am Ende doch nicht ausverkauft

Trotzdem machten einige tausend Leute vom kurzfristigen Recht Gebrauch, ihre Tickets kostenfrei stornieren zu können. Statt der 29.546 Menschen, die eigentlich hatten dabei sein wollen, kamen nun „nur“ 25.087. Und sie sahen, wie in Halbzeit eins Trainer Alexander Blessin die offensivere Variante von der Leine ließ mit Danel Sinani auf der Zehn und Jackson Irvine sowie James Sands dahinter. Joel Chima Fujita blieb erst einmal draußen, Lars Ritzka vertrat den angeschlagenen Louis Oppie auf links, Ricky-Jade Jones stand anstelle der verletzt fehlenden Andréas Hountondji und Martijn Kaars in der Startelf.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Absturz eines Menschenfängers: Der HSV und die Causa Kuntz
- Der Kampf um Olympia: Der Fakten-Check
- „Wir waren Crash-Kids“: In den 90ern kriminell. Heute?
- Strategie-Wechsel im Block-Prozess: Für den Familienanwalt wird’s eng
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: St. Pauli sucht Irvine-Ersatz
- 28 Seiten Plan 7: Dick Brave steuert auf Hamburg zu! Plus: Ausgeh-Tipps für jeden Tag
St. Pauli war von Beginn an das spielbestimmende Team, das sich reichlich vielversprechende Situationen erarbeitete, die jedoch größtenteils im letzten Moment verpufften. Brenzlig für Bremen wurde es nach Eckbällen von Sinani (6., 22.), bei zwei Abschlüssen von Mathias Pereira Lage (16., 19.), einem Distanzschuss von Ritzka (25.) und vor allem in Minute 42, als Jones nach Pass von Eric Smith seinen Speed einsetzte, frei durch war, aber nicht an Keeper Mio Backhaus vorbeikam.
St. Pauli von Beginn an spielbestimmend
Es wäre also mehr drin gewesen, defensiv hingegen ließ Braun-Weiß in Durchgang eins nichts zu außer einem zu hoch angesetzten 25-m-Knaller von Yukinari Sugawara (33.) – und nach der Pause gar nichts mehr. „Wir haben in beiden Halbzeiten sehr, sehr gut gegen den Ball gestanden und haben keine Großchance zugelassen“, freute sich Alexander Blessin. „Auf der anderen Seite hatten wir drei, vier sehr, sehr gute Chancen, wo wir das Tor eigentlich machen müssen.“

Kiezklub lässt gute Chancen ungenutzt
Und das vornehmlich nach der Pause, aus der der Kiezklub mit komplett veränderter Startelf – ausgenommen Keeper Nikola Vasilj – gekommen war, inklusive des Debütanten Tomoya Ando.
Keine Minute war verstrichen, als der Ball über Abdoulie Ceesay und Erik Ahlstrand bei Marwin Schmitz landete, der freistehend aus zehn Metern an Schlussmann Karl Hein scheiterte (46.). Fünf Minuten später verfehlte Dapo Afolayan nach Vorlage von Manolis Saliakas das Gehäuse aus sehr guter Position, in der kurzen Nachspielzeit rutschte der Engländer an einer Hereingabe von Ahlstrand vorbei (90.+1). Kurz zuvor hatte Fujita nach eigenem Ballgewinn in Hein seinen Meister gefunden.
Das könnte Sie auch interessieren: Wie Fujita noch wertvoller werden kann
Zufrieden zeigte sich auch Vasilj, der nach 60 Minuten ohne jede Beschäftigung gegen Pokalheld Ben Voll getauscht wurde. „Es ist ein gutes Signal, dass wir weiterhin hinten kompakt stehen und gut verteidigen“, bilanzierte er. „Das wird ein essenzieller Faktor für uns für diese Saison.“ Es habe nicht so viele Chancen gegeben, „aber am Ende haben wir viele gute Dinge gesehen.“
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.