Schiri Matthias Jöllenbeck am TV am Millerntor

Referee Matthias Jöllenbeck bekam am TV am Millerntor nicht die richtigen Kameraperspektiven zu sehen. Foto: IMAGO/Lobeca

Jürgen Kohler kritisiert VAR und springt St. Pauli zur Seite

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Es war eine wichtige Szene, eine für den gesamten Saisonausgang eventuell entscheidende – und eine ausgesprochen umstrittene. Der späte Elfmeter, der dem 1. FC Köln das 1:1 beim FC St. Pauli rettete, war am Freitagabend erst nach Eingriff des VAR gegeben worden. Und nicht nur Kiezklub-Coach Alexander Blessin zweifelt die Rechtmäßigkeit dessen an.


Zusammenfassung:

  • Ein umstrittener später Elfmeter rettet dem 1. FC Köln ein 1:1 gegen FC St. Pauli.
  • Hierzu führte eine VAR-Entscheidung nach Grätsche von Karol Mets gegen Jabuk Kaminski.
  • Kritik an de VAR-Entscheidung kommt von Ex-Fußballer Jürgen Kohler und Trainer Alexander Blessin.

Eigentlich hatte Matthias Jöllenbeck weiterlaufen lassen nach der – das sei nicht unerwähnt – überflüssigen Grätsche von Karol Mets gegen Jabuk Kaminski. Erst auf Hinweis von Christian Dingert aus dem Kölner Keller schaute sich der Referee die Nummer noch einmal auf TV-Bildern an und kam zum Schluss einer Regelwidrigkeit. Das wurde dem Unparteiischen später gar nicht vorgeworfen. Aber Dingert bekam sein Fett weg.

Kein Foul von St. Pauli-Profi Mets?

Der habe „Schwierigkeiten gehabt, die richtigen Bilder zu zeigen“, hatte Blessin moniert. Und tatsächlich: Bei exakter Betrachtung ist erkennbar, dass bei der Aktion der Kölner Kaminski dem St. Pauli-Profi Mets zuerst auf die Wade steigt, um dann wegzurutschen. Das war zwar auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Aber jemandem, der ausschließlich dafür da ist, sich solche Szenen aus allen Perspektiven zu geben, darf so etwas nicht passieren.

1990er-Weltmeister Jürgen Kohler imago/Revierfoto
Weltmeister Jürgen Kohler sieht den BVB als klaren Favoriten in der kommenden Saison.
1990er-Weltmeister Jürgen Kohler

Kohler: „Der Elfmeter war aus meiner Sicht keiner“

Das sieht auch ein deutscher 1990er-Weltmeister so. Zudem einer, der von 1987 bis 1989 für den 1. FC Köln die Schuhe geschnürt hat.

„Der Elfmeter war aus meiner Sicht keiner“, schreibt Jürgen Kohler in seiner Kolumne im „Kicker“, indem er anhand dreier Beispiele die VAR-Eingriffe des Spieltags kritisch aufs Korn nimmt. „Kaminski trifft zuerst Mets am Knöchel und verliert schon dadurch die Stabilität, erst danach wird sein Fuß im Fallen eingeklemmt.“

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Dass Dingert, der erst kürzlich als VAR nach dem Königsklassen-Hinspiel zwischen Barcelona und Atlético Madrid heftiger Kritik ausgesetzt war, weil er einen Strafstoß für Barcelona schlicht übersehen hatte, dies nicht erkannte, kann für St. Pauli noch ganz böse enden. Natürlich wäre ein Abstieg niemals an einer Schiedsrichter-Entscheidung festzumachen, und man bewegt sich immer im Konjunktiv. Aber ohne den Elfer hätte der Kiezklub die 1:0-Führung vermutlich über die Zeit geschaukelt, Köln hätte einen Punkt weniger (30), St. Pauli zwei mehr (28) und nur einen Abstand von drei statt fünf Punkten zum rettenden Ufer.

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