Bayern-Profi Nicolas Jackson trifft am Millerntor gegen den FC St. Pauli

Der vierte Streich: Bayerns Nicolas Jackson (Mitte) trifft, St. Paulis Keeper Nikola Vasilj ist erneut chancenlos. Foto: imago/Jan Huebner

„Weiß nicht, was uns geritten hat“: St. Pauli schenkt Trumpf im Abstiegskampf her

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Da ist es schon dahin, das eh nur dünne Polster. Durch das 0:5 gegen den FC Bayern hat sich das Torverhältnis des FC St. Pauli im Vergleich zur Konkurrenz signifikant verschlechtert, und es hätte durchaus noch dicker kommen können.

Als Referee Tobias Stieler via Stadiondurchsage die Abseitsstellung von Leon Goretzka verkündete, der nächsten Bude die Anerkennung versagt blieb und er sofort danach abpfiff, brandete noch einmal so etwas wie Jubel auf am ausverkauften Millerntor. Das halbe Dutzend wurde also doch nicht voll für den FC St. Pauli. Immerhin etwas. Aber es war und blieb ein ganz schwacher Trost nach einem Abend, der nicht gut losging, dann zunächst okay verlief, um am Ende doch noch ein komplett gebrauchter zu werden.

Jamal Musiala trifft früh gegen St. Pauli

Schon der Auftakt ließ Böses erahnen. Wer gegen die Bayern bestehen will, muss so lange wie möglich die Null halten. Doch der FC St. Pauli lag schon früh hinten, „nach acht Minuten“, wie Alexander Blessin entsetzt herausstellte. „Dabei haben wir uns auf ihre Flanke eingestellt, aber auch da haben wir geschlafen.“ In Person von Arkadiusz Pyrka in diesem Fall, der nicht zu Torschütze Jamal Musiala herangeschoben hatte.

Doch der Pole sollte noch zahlreiche Gesellschaft bekommen im weiteren Spielverlauf. Lars Ritzka, Karol Mets, Joel Chima Fujita, Hauke Wahl – sie alle hatten Kopf oder Fuß im Spiel bei Gegentreffern, die so nie fallen dürfen, Bayern hin oder her. Von „Geschenken, die man in der Summe nicht machen darf“, sprach St. Paulis Trainer später und fand klare Worte: „Das habe ich so selten gesehen. Du kannst Spiele verlieren, von mir aus 0:2, aber einige Tore passieren aus einem Ballverlust, wo wir lethargisch gewirkt haben. Das war so noch nie zu sehen, seitdem ich da bin. Das schmerzt dann halt, ich bin enttäuscht. Ich weiß nicht, was uns da geritten hat.“

St. Paulis Lars Ritzka findet klare Worte

Auch St. Paulis Spieler wirkten ratlos nach all den billigen Patzern und der höchsten Heim-Klatsche seit Mai 2011. „Wir verlieren hier zu Hause 0:4 gegen Gladbach, 0:3 gegen Hoffenheim“, kritisierte Lars Ritzka. „In Leverkusen hatten wir genau das gleiche, dass wir ein Tor kassieren und direkt mit der nächsten Aktion das nächste hinterher.“ Da müsse man ganz schnell dran arbeiten, „dass wir auf dem Platz die gleiche Sprache sprechen und zur Not die Bälle erstmal weg vom Tor halten“.

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Das war generell eigentlich auch die Ansage von Blessin an seine Kiezkicker in der Pause gewesen. „So lange es geht, wollten wir dieses 0:1 halten, und vielleicht flutscht irgendwas rein“, nahm der 52-Jährige alle mit in seine Ansprache. „Aber auch, wenn ein zweites Tor fällt, sollten wir weiterhin klar in der Birne sein.“ Das misslang gründlich und folgenschwer. „Ein Tor sind wir jetzt nur noch vor Wolfsburg“, rechnete St. Paulis Coach vor und ergänzte: „Ich hoffe, dass wir es punktetechnisch so hinkriegen, dass wir darüber nicht mehr reden müssen.“

Kiez-Keeper Nikola Vasilj sieht auch was Positives

Und während auch St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann noch über die Ursachen rätselte („Ich kann mir das noch nicht so richtig erklären, weil es eigentlich untypisch ist, dass wir so fahrlässig dem Gegner Chancen ermöglichen“), fasste es der fünfmal alleingelassene Schlussmann Nikola Vasilj auf die für St. Pauli wohl sinnvollste Weise zusammen: „Wenn so viele Gegentore nach einfachen Fehlern fallen, dann ist es sicherlich besser, dass das alles in nur einem Spiel passiert.“

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