FC St. Pauli
Wechsel statt St. Pauli-Wiedersehen: Ex-Kiezkicker wagt ein großes Abenteuer
Weit mehr als die Hälfte seiner Karriere hat Philipp Ziereis beim FC St. Pauli zugebracht. Eigentlich hätte für ihn jetzt die Rückkehr ans Millerntor mit Greuther Fürth angestanden, aber dazu kommt es nicht.
Es ist nie zu spät, auch mal große Schritte zu wagen. Bislang hat die Karriere des Philipp Ziereis ausschließlich in relativer Reichweite seiner Heimatstadt Regensburg stattgefunden, auch seine letzten Karrierejahre hätte er bei der SpVgg Greuther Fürth zubringen können. Doch auf der Zielgeraden traut sich der 33-Jährige noch mal was: Statt der Rückkehr ans Millerntor am ersten Zweitliga-Spieltag geht es für ihn einmal um den halben Erdball.
Schon seit ein paar Tagen geisterte das Interesse von Melbourne Victory aus Australien am Innenverteidiger durch die Medien, zumal Ziereis in Fürth bei Trainingseinheiten und Testspielen fehlte. Mit jeder weiteren Minute wurde die Nummer konkreter, am Freitagmorgen um 8.35 Uhr gab die SpVgg schließlich den Wechsel offiziell bekannt. Ziereis unterschrieb in Down Under einen Zweijahresvertrag.
Philipp Ziereis war neun Jahre lang beim FC St. Pauli
Kurz darauf gab es auf Ziereis' Instagram-Account auch schon eine Danksagung an das Kleeblatt („Danke für alles“) sowie Fotos mit ihm im neuen Trikot zu sehen. Zu den ersten Gratulanten gehörte Jackson Irvine, mit dem „Zier“ auf dem Kiez noch zusammengespielt hat.
Satte neun Jahre hatte er zwischen 2013 und 2022 am Millerntor zum Inventar gehört, war nach seinem Wechsel von Jahn Regensburg an der Elbe heimisch geworden. 159-mal ist er für die braun-weißen Profis aufgelaufen, in den letzten Jahren häufig als Kapitän, dazu 15-mal für die U23.
Mit dem Linzer ASK spielte Ziereis unter anderem gegen Liverpool
Nach seinem Abschied zog es Ziereis nach Österreich, wo er mit dem Linzer ASK sehr erfolgreich war und unter anderem auf Europa-League-Duelle mit dem FC Liverpool zurückblicken kann. Sechs Tore erzielte er für den LASK, für St. Pauli hatte er nur einmal getroffen. Im vergangenen Sommer kehrte er dann nach Deutschland zurück, schloss sich Fürth an und feierte in der Relegation gegen RW Essen den dramatischen Klassenerhalt.
Und jetzt also Australien. „Die Chance, noch mal etwas ganz anderes im Fußball zu sehen, war schon im letzten Jahr sehr reizvoll, und jetzt habe ich die Möglichkeit, diesen Schritt auf einen anderen Kontinent zu wagen“, sagte Ziereis. Viel Zeit zum ruhigen Einleben in der neuen Umgebung bleibt ihm nicht: Die Saison der A-League ist in vollem Gange, Melbourne Victory liegt nach 26 Spielen auf dem vierten Tabellenplatz mit acht Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Newcastle Jets.
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