Jackson Irvine gegen Bremens Senne Lynen

Null-Tore-Männer unter sich: St. Paulis-Kapitän Jackson Irvine und Bremens Senne Lynen Foto: WITTERS

Nordderby im Keller: Warum bei St. Pauli gegen Werder Torarmut droht

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In der Regel ist ein Tabellenplatz nach 22 Spieltagen auch anhand des Torverhältnisses halbwegs ermittelbar. Im Fall des FC St. Pauli und von Werder Bremen ist es gar nicht einmal die Anzahl der Gegentreffer, die auf akute Abstiegsnot schließen lässt. Ein Blick auf die selbst erzielten Buden aber legt offen, wo der Hase im Pfeffer liegt – wobei die Ursachen unterschiedliche zu sein scheinen.

Bei St. Pauli ist die Problematik keine neue, aber eine weitgehend erklärbare. In der ersten Saison nach dem Aufstieg im Sommer 2024 wurde größter Wert auf eine stabile Defensive gelegt, mit Erfolg, wie man längst weiß. Der offensivere Ansatz in dieser Spielzeit schien anfangs zu fruchten, doch dann folgte der Einbruch, der erst durch einen Schritt zurück zu alten Tugenden halbwegs eingedämmt werden konnte.

St. Pauli kommt nur selten zum Abschluss

Dazu gesellt sich großes Verletzungspech in der nicht eben üppig aufgestellten Gruppe der torgefährlichen Akteure. Aktuell fehlen mit Andréas Hountondji und Ricky-Jade Jones zwei von ihnen, beide nicht zum ersten Mal. Und so hat nur Heidenheim einen Treffer weniger erzielt als die eigenen 20, für die man bei Braun-Weiß 234 Abschlüsse (weniger hat keiner in der Liga; Quelle: transfermarkt.de) benötigte.

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Derweil ist Werder in dieser Kategorie auf Champions-League-Kurs! Satte 295 Torschüsse stehen da zu Buche, was mehr ist, als zum Beispiel die TSG Hoffenheim (292), Borussia Dortmund (291) oder Bayer Leverkusen (282) vorzuweisen haben. Rang vier hinter dem FC Bayern, RB Leipzig und dem VfB Stuttgart ist das für Grün-Weiß, allein kaufen kann man sich dafür überhaupt gar nichts.

Werder ist Schlusslicht in einer interessanten Statistik

Denn die Bremer haben zwar 61 Abschlüsse mehr als St. Pauli, aber diese lediglich zu zwei Toren mehr genutzt, als bei den Gastgebern vom Sonntag zu finden sind. Das macht unterm Strich 13,41 Abschlüsse pro Treffer und ist nach dem 1. FC Heidenheim der schlechteste Wert in der Liga. St. Pauli kommt auf 11,4 Abschlüsse je Tor. Erfolgreichster Knipser der Mannen von der Weser ist in Jens Stage (sechs Buden) ein Mittelfeldspieler, gefolgt von Angreifer Justin Njinmah (vier). Bei St. Pauli teilen sich der derzeit fehlende Hountondji und Danel Sinani als offensiver Mittelfeldmann aktuell die Krone mit jeweils vier Toren.

Gegen Daniel Thiounes Teams stand oft die Null am Millerntor

Aus Sicht der Gäste kommt noch ein weiterer, relativ frischer statistischer Punkt dazu. Sechs Mal gastierte der neue Werder-Trainer Daniel Thioune mit seinen Mannschaften am Millerntor, wobei ihm lediglich ein Sieg glückte, nämlich mit Fortuna Düsseldorf nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal-Viertelfinale vor etwas mehr als zwei Jahren. Vor allem aber blieben Thiounes Teams ansonsten gleich vier Mal ohne eigenen Torerfolg in St. Paulis Wohnzimmer (drei Mal Düsseldorf, ein Mal HSV).

Schließlich und endlich gab es noch einen weiteren Hinweis darauf, wie die Partie am Sonntag eventuell verlaufen könnte, nämlich am 4. Januar. Da traf man sich bekanntlich zum einzigen Vorbereitungsspiel in der kurzen Wintervorbereitung, und alle, die das Resultat nicht mehr vor Augen haben, dürfen einmal raten…

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