FC St. Pauli

„Warnschuss gehört“: Wie St. Paulis U23 eine neue Katastrophen-Saison verhindern will

Luca Günther von FC St. Pauli II mit ausgebreiteten Armen auf dem Fußballplatz in Norderstedt.
Luca Günther, alter und neuer Kapitän von St. Paulis U23, war vorige Saison oft ratlos.

Eigentlich abgesteigen – und jetzt doch dabei: St. Paulis U23 will bei Aufsteiger Todesfelde gut in die Regionalliga starten.

Eine Woche vor den Zweitliga-Profis beginnt für St. Paulis Nachwuchs der Ernst der neuen Saison. Wie gehabt in der Regionalliga Nord, was nach einer Katastrophen-Saison allerdings am seidenen Faden hing.

„Es ist unser klares Ziel, dass wir gut in die Saison starten“, erklärt der neue U23-Trainer Alexander Hahn, dessen braun-weißen Talente am Sonntag (14 Uhr, Joda-Sportpark) beim schleswig-holsteinischen Meister SV Todesfelde ihre Aufwartung machen. Der Gegner hätte auch gut und gerne Nikola Tesla, Buchholz 08 oder Vorwärts-Wacker Billstedt aus der Oberliga Hamburg heißen können – denn eigentlich war St. Paulis U23 nach der abgelaufenen Saison abgestiegen.

Hahn arbeitete als Assistent von Profi-Trainer Rapp

Erst die Lizenzverweigerung für 1860 München und der damit verbundene Drittliga-Klassenerhalt des TSV Havelse machten für die Kiezkicker noch einen Platz in der vierthöchsten deutschen Spielklasse frei – und das auch nur, weil weder Altona 93 noch Blau-Weiß Lohne ihr letztes Saisonspiel gewannen.

25 Punkte aus 34 Spielen lautete die karge Ausbeute – und eines ist klar: So eine Horror-Spielzeit darf es nicht noch einmal geben. „Den Warnschuss haben alle gehört“, sagt Hahn, der unter St. Paulis neuem Coach Marcel Rapp als Co-Trainer arbeitete und nun zum ersten Mal selbst die Chefrolle einnimmt.

Günther bleibt Kapitän, Gumpert kommt aus New York

Nur acht Spieler sind geblieben, darunter Luca Günther, der weiter die Kapitänsbinde tragen wird. 15 neue sind dazugekommen, fünf davon entstammen der eigenen A-Jugend. Schillerndster Neuzugang ist wohl Mittelfeldspieler Noah Gumpert, der bereits für Altona 93 und Kickers Emden kickte und das vergangene halbe Jahr bei der College-Mannschaft St. John’s Red Storm aus New York City verbracht hat. Der 23-Jährige bringt die Erfahrung von 106 Regionalliga-Spielen mit.

Mit Torwart Niklas Petzsch, Verteidiger Joris Bente und Mittelfeldspieler Lucas Schulze hat ein Trio den Verein, aber nicht den Heimarbeitsplatz gewechselt. Die drei wechselten von Eintracht Norderstedt in St. Paulis U23, die ihre Heimspiele im Stadion des Ligakonkurrenten austrägt. Offensivkraft Abdul Alassani wechselte vom Regionalliga-Aufsteiger Eimsbüttel zu den Kiezkickern.


„Ich sehe uns gut gewappnet“, zeigt Hahn sich optimistisch: „Wir fahren nach Todesfelde, um dort drei Punkte zu holen.“ Das wäre umso wichtiger, als Aufsteiger Todesfelde die Sommerpause mit Sponsoren-Querelen verbracht hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit einer der Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt sein wird. 

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