„Wäre blöd gewesen“: Warum Blessin bei Smith das Risiko einer Derby-Sperre ging
Plötzlich war das Derby präsent auf dem Rasen des Signal-Iduna-Parks, mitten im Spiel, gefährlich früh. Mehr als eine Halbzeit lang war Eric Smith mit einer Gelben Karte belastet unterwegs und ab dem Moment der Verwarnung hatte die große Gefahr mitgespielt, dass der Stratege des FC St. Pauli im Derby am Freitag gesperrt sein könnte. Ein Risiko, wie St. Pauli-Trainer Alexander Blessin später einräumte. Es hätte schiefgehen und die Kiezkicker einen hohen Preis zahlen können. Nicht auszudenken in der ohnehin prekären sportlichen Situation der Braun-Weißen. Gebracht hat es nichts, aber die Leistung von Smith auf der Position im Mittelfeld macht Mut.
Der Coach redete gar nicht groß darum herum. „Doch, natürlich“, antwortete Blessin nach St. Paulis 2:3-Niederlage bei Borussia Dortmund auf die Frage, ob er keine Sorge gehabt habe, dass sich Smith noch einen weiteren Karton einhandeln könnte und dann mit Gelb-Rot nicht nur vorzeitig vom Rasen hätte müssen, sondern dann auch für das Heimspiel am Freitagabend gegen den HSV gesperrt gewesen wäre. „Aber er ist ein erfahrener Spieler.“
Eric Smith sah nach Foul an Emre Can die Gelbe Karte
In der 38. Spielminute war Smith bei einem schnellen Antritt von Emre Can im Mittelfeld nicht entscheidend hinterhergekommen und hatte dann die Hände zu Hilfe nehmen müssen, um ihn zu stoppen. Es war dem Schweden zwar nicht gelungen, Can zu stoppen, aber immerhin zu stören, und im Anschluss an den erfolglosen Angriff der Dortmunder hatte Schiedsrichter Harm Osmers dem 29-Jährigen Gelb gezeigt.
„Es gab schon viele Situationen, wo wir so ein taktisches Foul nicht gezogen haben. Eric hat es gezogen. Das war wichtig“, sagte Blessin. Die Entscheidung, den Schlüsselspieler in der Partie zu belassen und nicht spätestens nach dem 0:2 in der 54. Minute auszuwechseln, sei eine Abwägungssache und kalkuliertes Risiko gewesen. „So was kann gutgehen oder man wird bestraft. Natürlich wäre es blöd gewesen, eine Gelb-Rote Karte vor dem Derby zu haben.“ Es sei gutgegangen, „aber trotzdem mit einem schlechten Ende für uns“. Der Niederlage.
Irvine-Ersatz mit starker Präsenz und Spielwitz im Mittelfeld
Es waren jedoch die hervorragenden Standards von Smith, mit denen er den Anschlusstreffer von James Sands (62.) und den 2:2-Ausgleich durch Ricky-Jade Jones (72.) aufgelegt hatte und damit seinen insgesamt starken Auftritt in der neuen alten Rolle als Ersatz für den verletzten Jackson Irvine untermauert hatte. Anders gesagt: Hätte Blessin Smith zum Schutz aus dem Spiel genommen, hätte St. Pauli möglicherweise keine Aufgholjagd gestartet und die Chance auf Punkte gehabt. Gebracht hat es nichts, außer der Erkenntnis, dass Smith bis auf Weiteres der beste Irvine-Ersatz ist, den die Kiezkicker im Kader haben, wenn nicht noch ein defensiver Mittelfeldspieler verpflichtet wird, was der Verein anstrebt.
„Natürlich fehlt uns auch Jackson, weil es einfach ein Key-Player von uns ist. Aber da wir ihn momentan nicht haben, ist das natürlich perfekt“, befindet Hauke Wahl, der wiederum den Platz von Smith im Abwehrzentrum übernommen hat, wo er sich sehr wohlfühlt. „Eric macht es super, hat eine brutale Präsenz.“ Dass auch Smith auf der neuen Position gerne spiele, „sieht man auch, er hat viel Spielwitz, kann das Spiel noch mal auf einer ganz anderen Ebene an sich reißen und tut uns einfach momentan gut“. Nur für einen Punktgewinn reichte es nicht. Immerhin ist Smith um eine Derby-Sperre herumgekommen.
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