FC St. Pauli

Vor WM-Auftakt: St. Pauli-Torhüter Vasilj steht im Regen

Nikola Vasilj wärmt sich mit dem Ball in Toronto vor dem WM-Spiel gegen Kanada auf.
Nikola Vasilj beim bosnischen WM-Training

Es gab eine Interview-Überraschung für den bosnischen Nationaltorwart, der am Freitag sein erstes WM-Spiel gegen Gastgeber Kanada bestreitet.

Für Nikola Vasilj wird ein Traum wahr: Am Freitagabend wird der noch beim FC St. Pauli beschäftigte Torwart den Kasten von Bosnien-Herzegowina erstmals bei einer WM-Endrunde hüten. In der Vorbereitung schützte ihn aber nur seine schnelle Reaktionsfähigkeit davor, nass gemacht zu werden.

Nach der Trainingseinheit im Centennial Park von Toronto hatten die Journalisten ihm gerade die erste Frage gestellt, als die Sprinkleranlage losging und allen Anwesenden eine ungeahnte Erfrischung bereitete. Vasilj trat ein paar Schritte zurück, um möglichst trocken zu bleiben - und äußerte sich dann zu den bosnischen Aussichten im Spiel (Freitag, 21 Uhr, ARD und MagentaTV) gegen Co-Gastgeber Kanada.

Nikola Vasilj beim Interview in Toronto. Fröhlich war's - und auch ein bisschen feucht.


„Wir haben großes Selbstvertrauen und fiebern dem Auftakt entgegen“, erklärte Vasilj, der mit seinen Vorderleuten danach gegen die Schweiz und Katar antreten muss. Dass in der Generalprobe in St. Louis nur ein mageres 1:1 gegen Panama heraussprang, führte der 30-Jährige auf Akklimatisierungsprobleme zurück.

Wir haben großes Selbstvertrauen und fiebern dem Auftakt entgegen.

Nikola Vasilj

Vasilj trifft mit Bosnien auch auf die Schweiz und Katar

„Auch mit Erfahrung ist es nicht leicht, sich an diesen Unterschied zu gewöhnen, wir haben ein paar Tage gebraucht“, kommentierte Vasilj: „Sowohl die Wetterbedingungen als auch der Spielplan stellten eine Herausforderung dar. Inzwischen haben wir uns jedoch daran gewöhnt.“


Beim letzten WM-Test fiel der lautstarke bosnische Anhang auf, wie schon in den europäischen Playoff-Spielen gegen Wales und Italien. Für das Balkanland ist es nach 2014 erst die zweite Endrunden-Teilnahme, entsprechend begeistert und reisefreudig sind die Anhänger:innen der „Drachen“, wie der Spitzname der Nationalelf lautet.

Spektakel in St. Louis: „Die Mannschaft zehrt von den Fans“

„Es ist wunderschön zu sehen, wenn man von so vielen Menschen empfangen wird“, freuts sich Vasilj über die Unterstützung und betonte: „In St. Louis war das Stadion fast voll, das vermittelt ein ganz besonderes Gefühl. Die Mannschaft zehrt davon, und das ist enorm wichtig.“

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Auch bei den daheim gebliebenen Fans herrscht Euphorie, wie eine Umfrage der Zeitung „Dnevni Avaz“ veranschaulicht. Von einem Sieg gegen Kanada sind die allermeisten Bosnien-Fans überzeugt, einer von ihnen spekulierte dabei sogar auf einen ungewöhnlichen Matchwinner. „Wer trifft, spielt keine Rolle“, sagte er: „Das kann auch Nikola Vasilj sein.“

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