„Völliger Quatsch“: Markus Söder reagiert auf Forderung von St. Pauli-Boss Göttlich
Diese Sätze aus der MOPO haben es bis weit über Deutschland hinaus geschafft: St.-Pauli-Präsident und DFB-Vize Oke Göttlich fordert eine offene Debatte über einen möglichen Boykott der Fußball-WM 2026 in den USA. Und das in einer Zeit, in der die politischen Entwicklungen in den USA weltweit wieder für Unruhe sorgen.
„Ich frage mich wirklich, wann der Zeitpunkt ist, darüber konkret nachzudenken und zu reden. Und für mich ist dieser Zeitpunkt definitiv gekommen“, sagte Göttlich im Interview mit der MOPO. Das Turnier soll in den USA, Kanada und Mexiko stattfinden.
WM-Boykott? Bundesregierung spielt dem DFB den Ball zu
Internationale Medien griffen das MOPO-Interview auf, die Diskussion über einen möglichen Boykott wurde in den vergangenen Tagen auch in anderen Ländern zum Thema. Die Äußerungen aus dem Interview wurden weltweit zitiert. So erreichte die Debatte auch große Medienhäuser in Argentinien, Nigeria oder den USA.
Und inzwischen hat die Debatte auch die Bundesregierung erreicht. Die zuständige Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Christiane Schenderlein, betonte in Berlin, man respektiere die Autonomie des Sports. „Entscheidungen über Teilnahme oder Boykott von Sportgroßveranstaltungen liegen ausschließlich bei den zuständigen Sportverbänden, nicht bei der Politik“, erklärte Schenderlein. Die Bewertung liege daher bei den jeweiligen Verbänden, etwa beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und beim Weltfußballverband FIFA. „Diese Einschätzung wird die Bundesregierung akzeptieren.“
Söder über Göttlichs Forderung: „Völliger Quatsch“
Auch ein Regierungssprecher machte deutlich, dass selbst bei der deutschen Nationalmannschaft nicht die Politik entscheide. Es sei nicht Aufgabe der Bundesregierung, über eine Teilnahme an sportlichen Wettbewerben zu befinden.
Deutliche Worte kamen dagegen aus Bayern. CSU-Chef Markus Söder lehnte einen WM-Boykott der deutschen Nationalmannschaft klar ab. Das sei „völliger Quatsch“, sagte der bayerische Ministerpräsident nach einer Sitzung des Parteivorstands in München. „Was soll denn das sein, mal abgesehen davon, dass die Fußball-WM nicht nur in den USA stattfindet, sondern auch in Kanada und in Mexiko.“
Das könnte Sie auch interessieren: So erklärt der FC St. Pauli den „A.C.A.B.“-Slogan in der eigenen Kabine
Auslöser der Diskussion sind aktuelle politische Entwicklungen in den USA und die Politik von Präsident Donald Trump. Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hatte einen Boykott für den Fall einer US-Annexion Grönlands ins Spiel gebracht. Zu Wochenbeginn griffen Journalisten das Thema in Berlin erneut auf. Anlass waren diesmal tödliche Schüsse auf einen US-Bürger bei einem Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis. (dpa/fa)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.