FC St. Pauli

„Uns liegen mehrere Anfragen vor“: Werder und Dortmund am Millerntor? St. Pauli könnte zum Pokal-Mekka werden

St.-Pauli-Fans schwenken beim Pokal-„Auswärtsspiel“ gegen Norderstedt Fahnen und Transparente.
St. Pauli-Fans 2025 beim Pokal-„Auswärtsspiel“ gegen Eintracht Norderstedt am Millerntor

Das Millerntor könnte zum Mekka des DFB-Pokals werden: Gleich zwei Vereine überlegen, sich für ihr Erstrunden-Spiel beim FC St. Pauli einzumieten.

„Uns liegen mehrere Anfragen vor, darunter aus dem benachbarten Eimsbüttel“, teilte der Verein auf MOPO-Anfrage mit: „Wir prüfen alle ergebnisoffen. Grundsätzlich können wir uns eine Vermietung gut vorstellen.“ So wie es vor einem Jahr der Fall war, als Regionalligist Eintracht Norderstedt sein Pokalspiel am Millerntor austrug -– ausgerechnet gegen den FC St. Pauli, der sich in seinem „Heim-Auswärtsspiel“ zu einem Sieg nach Elfmeterschießen quälte.

St. Pauli tritt dieses Mal in der ersten Pokalrunde beim Drittligisten Rot-Weiss Essen an. Heißt: Das Millerntor ist am vorgesehenen langen Wochenende vom 21. bis zum 24. August frei – etwa für den Lüneburger SK, dem die Schiedsrichter-Losfee Deniz Aytekin ein Glückslos bescherte.

Lüneburgs Stadion ist zu klein für Werder Bremen

Am Lüneburger Marienplatz war der Jubel beim Public Viewing groß, als Aytekin als Gegner Werder Bremen aus der Trommel fischte. Doch sofort stand auch eine Frage im Raum. Wo soll das stattfinden? Die Sportanlage Sülzwiesen, auf der Lüneburg seine Heimspiele in der Oberliga Niedersachsen bestreitet, bietet gerade einmal 4500 Zuschauer:innen Platz. 2017 spielte Lüneburg dort vor dieser Kulisse im Pokal gegen Mainz 05 – doch das Interesse an Karten dürfte diesmal weitaus höher sein.


Wir sind an den FC St. Pauli herangetreten.

Jürgen Poersch

„Wir müssten in Lüneburg kurzfristig eine komplette Infrastruktur schaffen, das ist unmöglich“, erklärte LSK-Pressechef Jürgen Poersch gegenüber der MOPO und bestätigte: „Wir sind an den FC St. Pauli herangetreten.“ Ab einem Verkauf von rund 15.000 Eintrittskarten würde sich ein Umzug ans Millerntor für den Fünftliga-Klub lohnen. 

LSK-Präsident spricht am Freitag mit St. Pauli

Lose Kontakte hat es nach MOPO-Informationen im Vorfeld der Auslosung auch zum HSV gegeben - doch dass das Volksparkstadion für ein Spiel gegen den HSV-Erzrivalen Werder Bremen vermietet wird, erscheint nicht nur wegen möglicher Fan-Konflikte sehr unwahrscheinlich. Der LSK-Vorsitzende Raphael Marquardt kommt jedenfalls am Freitag zu einem Millerntor-Ortstermin nach Hamburg, dann soll konkreter über ein Werder-Gastspiel auf St. Pauli gesprochen werden.  

Doch nicht nur Lüneburg könnte am Millerntor sein großes Spiel austragen. Auch Hamburgs Pokalsieger HEBC sucht ein Stadion, um Borussia Dortmund zu empfangen. Der heimische Reinmüller-Platz ist nicht nur viel zu klein und erfüllt nicht die Sicherheitsanforderungen, außerdem liegt dort ein im DFB-Pokal nicht zugelassener Kunstrasen. 

HEBC spielt erst im September gegen Dortmund

Weil Dortmund am Pokalwochenende gegen Bayern München um den Supercup spielt, bestreitet der deutsche Vizemeister seine Erstrunden-Partie gegen HEBC erst Anfang September unter der Woche, aus St. Paulianer Sicht zwischen dem dritten und vierten Zweitliga-Spieltag. Damit könnte es innerhalb von zwei Wochen gleich zwei DFB-Pokal-Spiele am Millerntor geben, und dies ganz ohne Beteiligung des FC St. Pauli.

Der Eimsbütteler Oberliga-Klub, der sich durch ein 5:1 gegen Vorwärts-Wacker Billstedt für den DFB-Pokal qualifizierte, bietet auf seiner Website bereits eine Registrierungsmöglichkeit für Ticketwünsche an. Zeichnet sich trotz des Termins an einem Dienstag oder Mittwoch ein riesiger Run der Dortmunder Fangemeinde auf Karten ab, könnte HEBC auch überlegen, das Volksparkstadion anzumieten - wie es Phönix Lübeck vor zwei Jahren für sein Pokalspiel gegen Dortmund getan hat. 

Damals kamen an einem Samstag 51.000 Zuschauer:innen in den Volkspark, darunter gut 40.000 Borussia-Fans. „Wir müssen gucken, wie groß die Bereitschaft der Dortmunder Fans ist, unter der Woche nach Hamburg zu kommen“, erklärte HEBC-Ligamanager Stilianos Vamvakidis gegenüber der MOPO.

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