Ungewöhnlicher Ansatz beim St. Pauli-Gegner: Warum in Frankfurt „alles pink“ ist
Eintracht Frankfurts neuer Coach Albert Riera (43) ist erst seit Ende Januar im Amt, seine Pressekonferenzen sind aber schon jetzt in der gesamten Bundesliga bekannt. „Ich bin zu meinen Spielern so positiv, weil ich ihnen eine rosarote Brille gebe. Alles ist pink, alles ist schön, nicht dunkel“, sagte er unter anderem. Der auf Mallorca geborene Spanier setzt auf radikalen Optimismus, Überzeugung, Emotionalität und Ehrlichkeit. Dabei ist er sowohl in seinen Interviews als auch in seiner Spielphilosophie immer für eine Überraschung gut – vielleicht auch beim Frankfurter Auswärtsspiel am Millerntor am Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de).
Albert Riera ist nach eigener Aussage glücklich verheiratet, trotzdem fühlt er sich seit seinem Amtsantritt wie neu verknallt. „Ich vergleiche das gerne mit der Freundin beim ersten Date: Man ist motiviert, man hat Schmetterlinge im Bauch. Jeder hat das, und ich liebe das. Und wir müssen das beibehalten.“
Riera will mit Frankfurt in die Champions League
Alles rosig also? Eher nicht. Frankfurt will in die Champions League. Und auch wenn es berechtigte Hoffnungen gibt, dass die Bundesliga in der Rangliste der UEFA vor Italien bleibt und damit auch der fünfte Platz zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigen würde, wird es für die Eintracht schwierig, die mit aktuell zehn Punkten bereits ein gutes Stück weit von diesem Rang entfernt ist.
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Um das Ziel trotzdem zu erreichen, setzt Riera auf taktische Kniffe: Beim 2:0-Erfolg gegen die direkte Konkurrenz aus Freiburg hat der Spanier seine beiden Außenverteidiger Nnamdi Collins (22) und Nathaniel Brown (22) überraschend die Seiten wechseln lassen. Gegen Teams, die mit einer Doppel-Sechs spielen, sei dies ein wirkungsvolles Mittel, erklärte Riera, der von seinen Spielern verlangt, „positionsflexibel“ zu sein. Was er ebenfalls verlangt: unbedingten Gehorsam. „Wenn ich ihnen sage, sie sollen vom Balkon springen, dann springen sie“, hatte er unlängst erklärt. Ratsam wäre dies natürlich nicht, weil sie dann vermutlich gegen St. Pauli ausfielen. Ob es gegen die Hamburger erneut zu Überraschungen kommt, wird sich am Sonntag zeigen.
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