Umstrittene DFB-Strafen: Diese krasse Summe musste St. Pauli in 2025 zahlen
Wieder ist ein Jahr vergangen, in dem sich der DFB auf umstrittene Weise die Konten gefüllt hat. Gleichwohl längst erwiesen ist, dass die teils horrenden Strafzahlungen wegen Pyro-Aktionen und ähnlichen Vergehen keinerlei Auswirkungen haben, wurden auch in der Saison 2024/25 wieder Rechnungen in Höhe von mehr als zwölf Millionen Euro an die Klubs der drei höchsten deutschen Ligen verschickt. Auch dem FC St. Pauli ging im Kalenderjahr 2025 eine beachtliche sechsstellige Summe verloren.
Maßnahmen werden in der Regel ergriffen, um Entwicklungen, die aus dem Ruder zu laufen drohen, auszubremsen. Und wenn besagte Maßnahmen nicht funktionieren, werden sie – was ja der einzig logische Schluss ist – wieder einkassiert. Nicht so beim Strafgeld-Regen, der sich seit vielen Jahren über den Vereinen ergießt, ohne dass sich auch nur ansatzweise irgendwas zum Besseren verändert hätte. Nicht beim FC St. Pauli und anderswo auch nicht. Ganz im Gegenteil: Laut der Jahresstatistik der Polizei ist die Anzahl der Vorfälle im Zusammenhang mit Pyrotechnik 2024/25 um 73 Prozent im Vergleich zur Vorsaison angestiegen.
Fan-Sprecher: Wirkungsloses Strafmodell des DFB
Das sei ein Beweis dafür, „wie wirkungslos das Strafmodell des DFB bleibt“, sagt Jost Peter von der Fan-Interessenvertretung „Unsere Kurve“. Ins gleiche Horn bläst Matthias Tillmann, Vorstandsvorsitzender beim FC Schalke 04. „Wir sehen, dass es aktuell nicht funktioniert. Einfach zu sagen, die Vereine zahlen einen bestimmten Betrag pro Fackel, die angezündet wird, führt offensichtlich nicht dazu, dass weniger Pyro gezündet wird“, erklärt der 42-Jährige.
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Stattdessen passierte es unkontrolliert und sei dadurch gefährlicher, als wenn man es kontrolliert machen würde. „Man muss da offener an die Diskussion rangehen. Vielleicht gibt es Möglichkeiten, Pyrotechnik kontrolliert zu zünden oder mit kalter Pyrotechnik zu arbeiten.“ Letztendlich sei die Frage, was man machen könne, damit man die Menschen im Stadion nicht gefährdet und gleichzeitig die einzigartige Fankultur stärkt.
Auch St. Pauli muss tief in die Tasche greifen
Am heftigsten hatte es in der abgelaufenen Serie den 1. FC Köln getroffen, der knapp eine Million Euro zu berappen hatte! Auch Eintracht Frankfurt (709.600 Euro) und der HSV (623.555 Euro) kamen in hohe sechsstellige Bereiche. Dagegen wirken die 249.000 Euro, die der FC St. Pauli blechen musste, fast schon wie ein Schnäppchen. Weil aber alle Bescheide nach dem Jahreswechsel eintrudelten und der Kiezklub erst unlängst einen Bescheid über weitere 125.600 Euro bekommen hatte, kommt Braun-Weiß in 2025 auf eine Gesamtstrafe von 374.200 Euro.
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