St. Paulis Profis vor der Fankurve

Nach dem Spiel erhielten St. Paulis Profis von den Fans ermunternden Applaus. Zur Pause war das nicht so gewesen. Foto: IMAGO/Eibner

Ultra-Video für St. Pauli-Profis verpufft: Pfeifkonzert zur Pause – Spieler reagieren

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Sie hatten sich etwas vorgenommen, das war deutlich zu spüren und zu hören. Die Fans des FC St. Pauli hatten spätestens mit dem Einlaufen der Mannschaften den Volume-Regler im Stadion auf 10 gedreht, mehr ging fast nicht. Dass es zur Pause des Heimspiels gegen Mainz (1:2) eine Situation geben würde, die die Eindrücke vom Anfang komplett konterkarierte, war da noch nicht abzusehen. Aber leugnen konnte man es auch nicht, als es dann geschah.

Dabei waren alle Protagonisten vorm Anpfiff so immens guter Dinge. „Das Millerntor ist ein Riesenfauspfand“, hatte Coach Alexander Blessin gesagt und ergänzt: „Wir müssen alles dafür tun, damit von der ersten Minute dieser Funke überspringt. Wir wissen, was für eine Intensität unsere Fans hier haben. Da will ich auch nichts hören von: Das Tischtuch ist zerrissen oder so.“

USP schickte St. Paulis Profis ein Video

Damit spielte der Coach auf die Szenerie nach dem 0:2 von Heidenheim an, als zunächst Hauke Wahl und dann er mit dem Capo gesprochen hatten, die Mannschaft aber nicht in die Kurve gegangen war. Danach hatten viele aus der aktiven Anhängerschaft darauf hingewiesen, dass nichts Bösartiges vorgefallen war – und der Mannschaft schließlich vorm Mainz-Spiel noch ein Geschenk gemacht.

Früher Rückstand schockt auch St. Paulis Fans

„Es war schon ein geiles Video, was USP uns geschickt hat“, erklärte Blessin. „Das haben wir vorhin gezeigt. Das ging einfach wahnsinnig unter die Haut. Wir wissen, was wir an unseren Fans haben, und wir werden alles reinschmeißen.“ Der gute Wille war dann auch erkennbar, nur leider war nach lediglich sechs Minuten alles an Vorhaben komplett obsolet. Das 0:1 nach einem schlimmen Fehler im Aufbau war ein emotionaler Killer, auch für die Zuschauer:innen. Bei einigen von ihnen machte sich schließlich stattdessen Ärger breit.

Pfeifkonzert zur Pause am Millerntor

Denn als Referee Timo Gerach zur Halbzeitpause bat, ertönte ein für St. Pauli-Verhältnisse lautes Pfeifkonzert. Das richtete sich gegen Spieler und Trainer gleichermaßen, hatte es den Eindruck, wobei es auch spontane Gegenreaktionen in Form von Anfeuerungen gegeben hatte. Aber wenn es nach Blessin geht, würde er gern all die Schuld auf seine Schulter laden. „Die Fans dürfen mich auspfeifen, sie dürfen mit mir hart ins Gericht gehen“, sagte der 52-Jährige. „Das ist vollkommen okay. Es darf nur nicht so sein, dass sie die Mannschaft auspfeifen. Die braucht ihre Unterstützung.“

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Wobei sie auch weiß, dass sie nicht durchgehend damit rechnen kann, in Watte gepackt zu werden. „Den Pfiffen müssen wir uns stellen“, urteilte Hauke Wahl. „Das ist verständlich, gerade, wenn man die erste Hälfte sieht. Die Fans versuchen viel für diesen Verein, geben alles, versuchen, von außen vor allem positiv auf uns einzuwirken. Dann ist so eine erste Hälfte enttäuschend.“ Aber man habe trotzdem gesehen: „Die Energie, die wir in der letzten halben Stunde hatten, die dann entsteht, das merken die Fans auch. Das müssen wir über 90 Minuten schaffen.“

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