„Tut mir unendlich leid“: Blessin verkündet harte Torwart-Entscheidung
Der gefeierte Pokalheld der zweiten Runde bekommt keinen zweiten Einsatz. Aufgrund der aktuell sportlich gefährlichen Lage mit neun Liga-Niederlagen in Serie wird im Achtelfinale bei Borussia Mönchengladbach die Nummer eins des FC St. Pauli im Tor stehen. Trainer Alexander Blessin setzt auf seinen Stammkeeper und Kontinuität – eine bittere Pille für den hochtalentierten Reservemann Ben Voll, der unter normalen Umständen gespielt hätte. Auch den Coach schmerzt die Entscheidung.
Auf der Torwartposition ist die Sache klar: Es kann nur einen geben. Dementsprechend klar und in der Konsequenz hart war die Wahl, die Blessin vor der Partie am Dienstag im Borussia Park (18 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) zu treffen hatte.
Pokal: Vasilj bleibt im St. Pauli-Tor, Ben Voll auf der Bank
„Es ist eigentlich die bitterste Situation und Trainerentscheidung: Was ist in dem Moment gut?“, leitete der Trainer auf die Frage ein, wer gegen Mönchengladbach zwischen den Pfosten steht. „Wir haben uns entschieden, dass Niko im Tor bleibt, wohl wissend, dass es Ben absolut verdient gehabt hätte.“ Aber die Gründe seien bekannt. „Wir wissen um die Situation.“ Die sportlich prekäre Situation, in der die Kiezkicker ihre defensive Stabilität zurückerlangen wollen, was in den vergangenen drei Spielen schrittweise gelungen ist, wenngleich sie verloren wurden.
„Für Ben tut es mir unendlich leid, weil er ein super Typ und Charakter ist und auch ein klasse Torwart“, bekannte Blessin und das war seinem Mienenspiel auch anzusehen. „Ihm gehört die Zukunft, das ist klar. Aber letztlich hat die Situation, in der wir uns befinden, dazu geführt, dass wir uns so entschieden haben.“
Voll war der Held gegen Hoffenheim, jetzt zählt Kontinuität
Voll – ein Leidtragender der Krise. Das Trainerteam hätte ihm fraglos zugetraut, gegen Mönchengladbach im Tor zu stehen, nachdem der 24-Jährige beim umjubelten Heimsieg im Elfmeter-Krimi gegen Hoffenheim am 28. Oktober eine richtig starke Leistung gezeigt hatte und zum Helden avanciert war.

Priorität hat jetzt jedoch, dass die Hintermannschaft weiter an der Abstimmung arbeitet, Abläufe verinnerlicht, Abstimmung perfektioniert und sich dem hohen Level der Vorsaison annähert. Der Torwart gehört zur Defensivabteilung dazu. Zudem hat der bosnische Nationalkeeper Vasilj nach seinem Tief mit drei Patzern in drei Spielen (Frankfurt, Gladbach, Freiburg) zuletzt wieder stabile Leistungen gezeigt und es ergibt Sinn, dass er im Rhythmus bleibt.
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Es ist davon auszugehen, dass Teamplayer Voll bei aller persönlicher Enttäuschung die Entscheidung respektiert und sowohl Vasilj als auch die gesamte Mannschaft als Nummer zwei vor dem Spiel und währenddessen auf der Bank nach Kräften unterstützt.
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