„Tut mir sehr leid“: St. Pauli-Profis reagieren emotional auf den Sands-Schock
Ein Ausfall in der Crunchtime der Saison, der Traum von der WM-Teilnahme im eigenen Land geplatzt: Die schwere Verletzung von James Sands ist für den FC St. Pauli ein herber Rückschlag, vor allem aber für den US-Amerikaner persönlich eine echte Horror-Nachricht. Die Worte der Teamkollegen gehen unter die Haut.
James Sands bekommt leuchtende Augen, als er auf die Weltmeisterschaft 2026 angesprochen wird. „Das ist natürlich ein großes Ziel“, erklärt der 14-fache Nationalspieler der USA. Ende September war das.
FC St. Pauli: Hauke Wahl fühlt mit James Sands
Dieser Traum ist am Freitag vom einen auf den anderen Moment geplatzt. Am Vormittag vor dem Auswärtsspiel in Mönchengladbach verkündete der Kiezklub die Schock-Diagnose: Beim harten Einsteigen von Ritsu Doan im Spiel gegen Frankfurt am Sonntag (0:0) zog sich Sands eine schwere Verletzung am Sprunggelenk zu. OP, Saison-Aus. Eine wohl einmalige Karrierechance: durch ein blödes Foul mal eben dahin.
Der langfristige Ausfall des Mittelfeld-Strategen wirft St. Pauli ausgerechnet vor der entscheidenden Saisonphase fraglos zurück, zu groß ist Sands‘ Wert für die Mannschaft, sportlich wie menschlich. Auch seinen Mitspielern ist die Betroffenheit anzumerken. „Für mich war es ein Schock“, gestand etwa Hauke Wahl nach dem 0:2 in Mönchengladbach. „Ein absoluter Stabilisator, gerade in den sehr starken Phasen, die er auch hatte. Da hat er extrem viel Wucht im Zweikampf gehabt“, skizzierte der Innenverteidiger den Wert seines Kollegen auf dem Platz.
Eric Smith fordert: „Müssen für ihn kämpfen“
Mindestens genau so schwer wiege jedoch die persönliche Enttäuschung für Sands: „Es tut mir sehr leid für ihn“, so Wahl. „Er ist ein superprofessioneller Athlet, von denen es wenige gibt. Er bereitet sich super vor, bereitet sich super nach, ist einfach ein guter Junge, ein ruhiger Junge, ein sehr angenehmer Zeitgenosse, mit dem man Spaß haben kann.“ Sands, so Wahl, hätte es verdient gehabt, sich den Traum von der Endrunde im eigenen Land zu erfüllen. Dass ihm diese Chance nun verwehrt werde, sei „menschlich gesehen natürlich eine krasse Enttäuschung“.
Das könnte Sie auch interessieren: „Wie im Oktober!“ Irvine fällt hartes St. Pauli-Urteil – und erhält Widerspruch
Sands‘ WM-Traum wird niemand neues Leben einhauchen können. Stattdessen gelte es, auf dem Platz für den verletzten Mitspieler einzustehen: „Wir sind sehr traurig und müssen jetzt für ihn kämpfen“, forderte Eric Smith. Und auch Trainer Alexander Blessin gab sich kämpferisch: „Es bringt nichts, zu lamentieren“, erklärte der 52-Jährige, der den Wert seines „Ghost-Spielers“ ein weiteres Mal betonte, einer, „der nicht so richtig auffällt, aber halt doch extrem wichtig ist, weil er immer da ist, Löcher stopft, Zweikämpfe gewinnt.“ Aber: „Wir hatten durchweg immer schwere Ausfälle, die haben wir immer kompensiert, haben es irgendwie immer hingekriegt.“ Auch Sands dürfte sich wünschen, dass die Mannschaft unter seinem Ausfall möglichst wenig leidet. Damit er am Ende der Saison – wenn schon nicht die WM-Teilnahme – dann zumindest den Klassenerhalt feiern darf.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.