St. Pauli-Profi Louis Oppie beim Aufwärmen.

Hat trotz aktuell wenig Spielzeit ambitionierte Ziele: St. Pauli-Profi Louis Oppie Foto: imago/kolbert-press

„Einmal in diesem Trikot“: St. Paulis Oppie träumt von der Nationalmannschaft

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„Es ist scheiße, wenn du nicht spielst“, spricht Louis Oppie Klartext. Seit der Winterpause ist er hinter dem wiedererstarkten, wie Trainer Alexander Blessin sagt,„verrückten Griechen“ Manolis Saliakas und Durchstarter Arkadiusz Pyrka nicht mehr erste Wahl. Doch der Ex-Bielefelder weiß auch, worauf es in solchen Phasen ankommt, das hat er schon in Kindheitsjahren gelernt. Aufstecken ist keine Option bei dem Mann, der in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen ist und den Stadtteil „ein hartes Pflaster“ nennt. Auch, weil Oppie noch ambitionierte Ziele hat, die er mit dem FC St. Pauli erreichen will. Und in der Nationalelf.

„Du gibst alles, um zu spielen“, sagt Oppie im vereinseigenen YouTube-Format „Alle Wege führen ans Millerntor“. Spielzeit bekommt er aber aktuell recht wenig. Nachdem er in der Hinrunde noch fast jede Partie bestritten hat, befindet sich der Linksfuß schon seit einiger Zeit in einem Leistungstief, das ihn den Stammplatz gekostet hat. Sein letzter Ligaeinsatz datiert aus dem Derby gegen den HSV (0:0) Ende Januar. Oppies steiler Aufstieg aus der 3. Liga zum Stammspieler in der Bundesliga ist ein wenig ins Stocken geraten.

Damit umgehen zu können, dabei hilft ihm auch seine Kindheit: „In Kreuzberg musst du stark sein, um dich durchzusetzen. Übertrieben gesagt: Der Stärkere gewinnt.“ Auch dank dieser Erfahrungen setzt er nun alles daran, die aktuelle Situation für sich zu nutzen: „Man hat immer mal wieder Phasen, wo nicht alles perfekt läuft. Diese Phasen muss man erst recht nutzen, um noch härter an sich zu arbeiten.“

Oppie zeigte in der Jugend den Mittelfinger – und wurde verpflichtet

Kämpferische Worte des 23-Jährigen, der über sich selbst sagt, dass er verlieren hasse: „In der Jugend haben wir bei einem Hallenturnier im Finale gegen Hertha BSC verloren und ich habe noch während des Spiels einem Gegenspieler den Mittelfinger gezeigt, weil ich so frustriert war.“ Für die Aktion musste er sich später entschuldigen, doch „der Trainer von Hertha BSC kam trotzdem nach dem Spiel zu meinen Eltern und fragte, ob ich zu Hertha wechseln wollen würde“. Oppie wurde Spieler des Turniers und ging anschließend trotz seines kleinen Scharmützels nach Berlin.

Mathias Pereira Lage (links) und Louis Oppie sind gut gelaunt. imago/Jan Huebner
Mathias Pereira Lage (links) und Louis Oppie sind gut gelaunt.
Mathias Pereira Lage (l.) und Louis Oppie verstehen sich gut.

Schon damals in Kreuzberg war das Ziel, „da herauszukommen“. Und genau mit diesem Grundsatz will Oppie sich auch aus der aktuellen Lage heraus kämpfen: „Sobald ich auf dem Platz stehe und meine Chance bekomme, bin ich da.“

Oppie dankt Blessin für Vertrauen

Dass er die Qualität hat, in der Bundesliga als Stammspieler mitzuhalten, hat Oppie bewiesen. „Es war krass, plötzlich nicht gegen Dortmund II, sondern gegen die Profis zu spielen, die einen Monat später in der Champions League auflaufen“, lässt Oppie den Start der Saison Revue passieren. Für selbstverständlich erachtet der junge Vater das alles rückblickend nicht und findet dabei auch dankende Worte für Blessin: „Das war schon außergewöhnlich, wie viel Vertrauen ich vom Trainer und Trainerstab direkt zu Beginn bekommen habe.“ Dieses möchte der kämpferische Oppie möglichst zeitnah auf dem Platz zurückzahlen: „Du bist in der Bundesliga, aber hast noch nichts geschafft. Man will zeigen, dass man da zurecht ist.“

Oppie setzt alles daran, so schnell wie möglich zu eigener Stärke zu finden und geht mit der sportlich schwierigen Situation professionell um. Seine langfristigen Ziele gibt er nicht auf, selbst wenn sie gerade fern scheinen. Erstmal hat ohnehin der Klassenerhalt Priorität, auch sein erstes Tor am Millerntor – abgesehen von einem Elfmeter im Pokal – würde er gerne schießen.  

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Und eines Tages dann will er es ganz nach oben schaffen: „Mein Lebenstraum ist es, einmal in der Nationalmannschaft zu spielen. Einmal in diesem Trikot und hinten mein Name darauf.“

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