Tore dringend benötigt: Wer schießt St. Pauli in die Relegation?
28 Tore in 33 Spielen – keine Mannschaft ist in dieser Saison offensiv so harmlos gewesen wie der FC St. Pauli. Doch all das muss die Mannschaft am Samstag ausblenden, wenn es gegen den VfL Wolfsburg um alles und den Einzug in die Relegation geht (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de). Es braucht einen Sieg. Dafür braucht es ein Tor. Und vermutlich sogar mehr als nur eins. Doch wer soll für St. Pauli starten und vorne knipsen?
Mit Statistiken ist es oftmals so seine Sache: Man kann sie drehen und wenden, wie es einem passt. Doch wenn man mit lediglich 28 eigenen Treffern in den letzten und 34. Spieltag geht, dann sagt das viel über die Offensive eines Teams aus – zumal selbst die zweitschwächste Offensive aus Bremen neun Tore mehr erzielt hat. Das Schöne an den Statistiken ist jedoch auch, dass man sich von ihnen eigentlich niemals etwas kaufen kann. Und, noch besser aus Sicht der Braun-Weißen: Am Samstag hat man gegen den VfL Wolfsburg 90 Minuten Zeit, diese Statistik vergessen zu machen.
St. Pauli hofft auf Mainzer Hilfe
„Auf unserer Seite müssen wir natürlich erstmal gucken, nicht ins Hintertreffen zu geraten“, sagte Trainer Alexander Blessin am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Showdown gegen den VfL. Während die Offensive schon die ganze Saison hinweg Ladehemmungen hat, waren es zuletzt vor allem die unnötig frühen Gegentore, die den Kiezkickern das Genick gebrochen haben. Das gilt es dieses Mal zu verhindern. „Und dann wollen wir am besten selber in Front gehen“, fügte er an. „Wir müssen und wollen das Spiel gewinnen“.
Die Ausgangslage ist klar: Mit St. Pauli, Heidenheim und Wolfsburg haben gleich drei Klubs 26 Punkte. Siegen ist für die Boys in Brown ohnehin Pflicht. Sollte allerdings auch Heidenheim gegen Mainz gewinnen, müsste St. Pauli höher siegen als die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt, weil beide eine Tordifferenz von -29 aufweisen.
Stellt sich die Frage: Wer schießt St. Pauli in die Relegation? Welche Stürmer schickt Trainer Alexander Blessin gegen Wolfsburg von Beginn an auf den Platz? Und wen wird er nachlegen, wenn weitere Tore vonnöten sind?
Bekommt Abdoulie Ceesay die Chance von Beginn an?
Vieles spricht in der Startelf für Andréas Hountondji (vier Saisontore) und Martijn Kaars (drei). Die beiden durften bereits gegen Leipzig gemeinsam von Beginn an ran und machten ihre Sache solide. Während Hountondji vor allem als Vorbereiter in Erscheinung trat, war es Kaars, der mit seinem Abschluss – recht kläglich – an der Latte scheiterte (34.) und eigentlich das 1:0 hätte machen müssen. Kurz darauf kam es anders und St. Pauli geriet in Rückstand. Nach der Pause folgte der zweite Leipziger Treffer, den Hamburgern gelang nur noch der Anschlustreffer.
Kann Rückkehrer Jones nochmal zum Trumpf werden?
Diesen erzielte Abdoulie Ceesay. Sein zweiter Treffer in Folge, wieder von der Bank kommend – Blessin setzte ihn in der Liga bisher immer nur als Joker ein. Diese Rolle scheint Ceesay nach seinem Premierentreffer gegen Mainz vor zwei Wochen zu liegen, doch manch einer fordert mehr Spielzeit für den wuseligen Mann aus Gambia.
Das könnte Sie auch interessieren: „Heidenheim hat wieder was zu verlieren“: Bornemann über St. Paulis Keller-Finale
Und dann ist da ja noch der wiedergenesene High-Speed-Stürmer Ricky-Jade Jones (zwei Saisontore), der erstmals wieder im Kader stehen wird. Blessin sprach in dem Zusammenhang von einer „ganz tollen Nachricht“. Vielleicht hat er nach dem Wolfsburg-Spiel ja sogar einen Grund, diese Aussage zu wiederholen. Vielleicht kann St. Pauli aber auch auf andere Torschützen zählen – am meisten Treffer hat bislang mit Danel Sinani schließlich ein offensiver Mittelfeldspieler erzielt (fünf, davon drei Elfmeter).