FC St. Pauli

St. Paulis WM-Teilnehmer im Abseits: Wie es für Irvine, Smith & Co. weitergeht

Jackson Irvine und Eric Smith vom FC St. Pauli wärmen sich im Millerntor-Stadion auf.
Jackson Irvine und Eric Smith beim Erstliga-Heimspiel gegen Heidenheim

Kein Nordamerika-Fahrer spielte im letzten Test. Trainer Rapp rechtfertigt ihren langen Urlaub: „Tür ist nach allen Seiten offen.“

Für die Weltmeisterschaft gut genug, fürs Spiel gegen Greuther Fürth nicht? Jackson Irvine, Connor Metcalfe und Eric Smith droht beim Zweitliga-Auftakt die Zuschauerrolle.

Niemand brauchte die bei der WM eingesetzte halbautomatische Abseitserkennung, um beim Blick auf St. Paulis Elf im Test gegen Deportivo A Coruña (2:2) zu erkennen: Die braun-weißen WM-Teilnehmer standen im Abseits – keiner von ihnen wirkte gegen die Galizier mit. Eine Woche vor dem Zweitliga-Auftakt gegen Greuther Fürth fehlt es Irvine, Metcalfe und Smith weiter an Spielpraxis.

Smith wäre gegen Fürth fit

„Die Leute sind auf ihre Kosten gekommen und haben alle spielen sehen“, bilanzierte Trainer Marcel Rapp nach dem 120-minütigen Test, bei dem er insgesamt 23 Spielern die Chance gab, sich am Millerntor zu zeigen. Alle? Fast alle. Die WM-Fahrer zählten nach längerem Urlaub und Trainingsrückstand nicht dazu. 

„Wir bauen sie jetzt peu à peu auf. Nächste Woche ist Eric auf jeden Fall so weit, dass er spielen kann“, erklärte Rapp: „Vielleicht keine 90 Minuten, aber er kann spielen.“ Bei Irvine und Metcalfe sieht es noch etwas schwieriger aus, wieder ins Team zu kommen. Ungewöhnlich, dass WM-Teilnehmer bei einem Zweitliga-Klub Startelf-Probleme haben – aber dies ist eine der vielen Nachwirkungen des XXL-Turniers in Nordamerika.

Probleme mit dem FIFA-Terminplan

„Für uns war es blöd, dass sie bei der WM waren, aber das gönnen wir ihnen“, sagte Rapp: „Ich würde den FIFA-Terminplan auch nicht so schreiben, aber der richtet sich nicht nach der deutschen zweiten Liga.“ Deshalb dürfte die Startelf gegen Fürth ähnlich aussehen wie die gegen A Coruña. „In der Trainingswoche ist die Tür nach allen Seiten immer offen“, betonte der Coach: „Aber dass wir nächste Woche mit sieben anderen Spielern anfangen, glaube ich nicht.“

Es ist ein Dilemma, das sich in vergangenen Spielzeiten oft nach Länderspielpausen zeigte und nun zum ersten Mal ein Sommerproblem geworden ist. „Wir könnten den Jungs sagen: Ihr seid hier angestellt, ihr müsst zum ersten Spiel fit sein“, entwarf Rapp das Alternativ-Szenario eines strengen Arbeitgebers: „Hätten sie nur fünf Tage Urlaub gehabt, könnten sie wahrscheinlich spielen. Dann würden wir sie uns aber irgendwann im Oktober ansehen und fragen: Was ist denn mit dir los? Und die Jungs würden sagen: Eigentlich nichts, aber ich bin irgendwie müde. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, ihnen drei Wochen Urlaub zu geben.“

Drei Wochen, die nachhallen. Im besten Fall bis in den Oktober, wenn Smith, Irvine und Metcalfe mit Blick auf Fitnessstand und Tabelle sagen können: Es hat sich gelohnt, dass der FC St. Pauli erst mal ohne uns auskommen musste. 

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