St. Paulis rechtes Problem: Findet Saliakas nochmal zu alter Form?
Er läuft. Das ist die gute Nachricht. Aber dass es läuft für Manolis Saliakas in seiner zweiten Bundesligasaison, lässt sich nicht behaupten. Mehr denn je in seiner Zeit beim FC St. Pauli hat der Abwehrspieler mit Verletzungen zu kämpfen, die verhindern, dass er einen Rhythmus findet. Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate muss sich der Grieche wieder an die Mannschaft herankämpfen und im letzten Schritt auch gegen seinen Positionskollegen durchsetzen, was ihm bislang nicht nachhaltig gelungen ist. Die mangelnde Stabilität von Saliakas ist auch ein Problem für die Mannschaft auf der Suche nach alter defensiver Stärke.
Seuchenjahr? So weit ist es zum Glück noch nicht, aber: Die Verletzungen häufen sich. Die Zahlen belegen ganz eindeutig, dass es eine neue Situation ist für den 29-Jährigen, der seit 2022 das Trikot der Braun-Weißen trägt. Nach 33 Liga-Einsätzen in seiner ersten St. Pauli-Saison, 31 Spielen im Aufstiegsjahr und noch 30 in der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit, kann er aktuell nach zehn Spieltagen zwar acht Einsätze vorweisen, aber nur vier von Anfang an. Erstmals in seiner St. Pauli-Zeit ist Saliakas kein Stammspieler, keine verlässliche Größe mehr.
Saliakas schon zum zweiten Mal in diesem Halbjahr verletzt
Vom Dauerbrenner, Leistungsträger und Eckpfeiler der Mannschaft zu einem Wackelkandidaten, der mit seinem Körper und auch der Form kämpft. Bereits in der Sommer hatte der Rechtsfuß große Teile der Saisonvorbereitung aufgrund von hartnäckigen Problemen im Bereich des Schambeins und der Adduktoren verpasst, in den ersten Saisonspielen dem verpflichteten Arkadiusz Pyrka den Vortritt lassen müssen und am 4. Spieltag erstmals in der Startformation gestanden.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Drogen-Revolution: Der Polizeipräsident erklärt im MOPO-Interview seine Pläne
- Neue Deutsche: Wir haben frisch eingebürgerte Hamburger gefragt, was sie in Zeiten von AfD und „Stadtbild”-Debatte bewegt
- Öko-Sekte: Harmlose Weihnachtsmarktstände oder doch mehr? Eine Spurensuche
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 20 Seiten Sport: HSV-Derby gegen Werder: Vorzeichen, Chancen und was auf dem Spiel steht
- 28 Seiten Plan 7: Jetzt im Kino! „Stromberg”, der Chef aus der Hölle, ist zurück
Jetzt sind es wieder Adduktorenprobleme, die Saliakas nach dem aus dem Tritt gebracht haben. Das Auswärtsspiel in Freiburg (1:2) am 9. November hatte er verpasst, befindet sich seitdem in der Reha und im Aufbautraining. Der Adduktorenbereich ist hochsensibel, Probleme können schnell zurückkehren, wenn die Belastung nicht behutsam gesteigert wird, oder schlimmstenfalls chronisch werden.
Aufbautraining läuft gut, aber gegen Union spielt Pyrka
Die Tatsache, dass Saliakas in dieser Woche wieder gelaufen ist und auch individuell mit dem Ball am Fuß trainiert hat, ist positiv, aber auch vor dem Hintergrund der sensiblen Verletzungsproblematik wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Pyrka im Heimspiel gegen Union Berlin am Sonntag (17.30 Uhr) auf der rechten Schiene verteidigen.
Die Wechselspiele auf der rechten Seite haben es der Mannschaft schwerer gemacht, ihre defensive Stabilität der Vorsaison zurückzugewinnen, weil auch auf anderen Positionen in der Kette im bisherigen Saisonverlauf immer wieder umgebaut werden musste.
Saliakas oder Pyrka: Spielt sich endlich jemand rechts fest?
Kann jetzt Pyrka seine zweite Chance nutzen, sich mit guten und vor allem stabilen Leistungen festspielen und den Platz in der Startelf bis zum Winter behalten? Oder gelingt es Saliakas ein zweites Mal, den sechs Jahre jüngeren Polen zu verdrängen – und diesmal längerfristig? Die Antwort ist längst nicht nur für die beiden Konkurrenten von hoher Relevanz, sondern auch für die ganze Mannschaft. Die Abwehrpositionen sind keine, auf denen ein Trainer gerne regelmäßig wechselt, weil eine Hintermannschaft eingespielt sein muss.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.