St. Paulis Joker stechen nicht – Blessin nimmt sich in die Verantwortung
Man schrieb den Nikolaustag des Jahres 2025. Irgendwer beim FC St. Pauli hatte den passenden Stiefel vor die Tür gestellt, in dem ein außergewöhnliches Geschenk Platz gefunden hatte: das erste Joker-Tor des FC St. Pauli in der laufenden Saison. Das war im Hinspiel in Köln. Vor dem zweiten, extrem wichtigen Duell der beiden Klubs hat sich an der grundsätzlichen Problematik beim Kiezklub allerdings nichts geändert.
Der Moment im Rheinenergiestadion war ein epischer, eines dieser „Ausgerechnet“-Ereignisse, die den Fußball mitunter so besonders machen. Ricky-Jade Jones war im Sommer vom FC St. Pauli verpflichtet worden, hatte sich m zweiten Vorbereitungsspiel schwer an der Schulter verletzt, musste operiert werden, fiel lange aus und feierte schließlich in Köln sein Bundesliga-Debüt. Eingewechselt in Minute 68, erzielte der Engländer mit einem akrobatischen Kopfball in der letzten Sequenz der Nachspielzeit den Treffer zum 1:1-Ausgleich.
Ricky-Jade Jones ist St. Paulis Top-Joker
Knapp sechs Wochen später, beim bitteren 2:3 in Dortmund, hatte Jones Joker-Tor Nummer zwei nachgelegt, zehn Tage darauf war es Martijn Kaars vergönnt, nach Einwechslung gegen RB Leipzig – analog zu Jones – tief in der Nachspielzeit den Ausgleich per verwandeltem Strafstoß zu besorgen. Klingt jetzt erst einmal wenig dramatisch, ist dann aber auch schon das Ende der Story. Heißt unterm Strich: Ganze drei Joker-Buden hat St. Pauli nach 29 Partien zu verbuchen. Dazu kommen zwar noch vier Assists von eingewechselten Akteuren, die Bilanz aber bleibt schwer ausbaufähig.
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„In der vergangenen Saison hat es uns vor allem in der zweiten Hälfte geholfen, dass wir von der Bank sehr viel Energie reinbringen konnten“, erinnerte sich Alexander Blessin zurück. Dem St. Pauli–Coach ist die Problematik freilich geläufig. „Sicherlich müssen wir uns fragen, was wir besser machen können“, sagte er und nahm sich dabei höchstselbst in die Verantwortung: „Ich im Speziellen.“ Mit sieben Torbeteiligungen bei insgesamt 111 Wechseln in den bisherigen 29 Begegnungen liest sich Blessins persönliche Statistik weit weg von optimal.
St. Pauli-Offensive generell zu harmlos
Der kommende Gegner zum Beispiel kommt jetzt bereits auf elf Joker-Hütten bei insgesamt 23 Torbeteiligungen. Allein Said El Mala hat mit vier Treffern und drei Vorlagen mehr zu bieten als komplett St. Pauli. Wobei natürlich auch zur Wahrheit gehört, dass Jones seit Anfang Februar erneut fehlt (Riss der Syndesmose), dass auch Andréas Hontondji lange raus war. Und dass die braun-weiße Offensive generell bei derzeit verbuchten 25 Saisontoren nicht eben Angst und Schrecken verbreitet.
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