St. Paulis Hoffnung in Dortmund: Können auch die BVB-Fans Hilfe leisten?

Mathias Pereira Lage im Zweikampf mit Ramy Bensebaini
Im Hinspiel konnte St. Pauli mit Mathias Pereira Lage (l.) die BVB-Stars um Ramy Bensebaini überraschen.

Das Jahr 2026 hätte besser beginnen können für den FC St. Pauli, keine Frage. Unschöne Nachrichten personeller Natur, die witterungsbedingte Absage des Heimspiels gegen RB Leipzig, die unnötige, weil vermeidbare 1:2-Niederlage in Wolfsburg – und jetzt wartet auch noch eine der denkbar höchsten Auswärtshürden. Aber die soll Ansporn sein für die Braun-Weißen, die Köpfe wieder nach oben zu bekommen, den Gegner und dessen zahlreichen Anhang zu nerven, um nicht vollends frustriert ins Stadtderby gegen den HSV am kommenden Freitag zu gehen.

Wobei besagtes Duell für Alexander Blessin noch überhaupt gar keine Rolle spielt. „Der Fokus gilt zu einhundert Prozent dem nächsten Spiel, und da interessiert mich das Derby noch gar nicht“, erklärte der 52-Jährige einen Tag nach Wolfsburg und zwei Tage vor Borussia Dortmund. „In Dortmund zu spielen, das ist einfach ein Highlight“, konstatierte der Coach. „Da braucht man nicht viel an Motivationsschub, sondern allein das Stadion, der Gegner, das alles veranlasst dazu, dass man da alles reinhaut.“

St. Pauli hadert mit der unglücklichen Pleite in Wolfsburg

Alles reingehauen hatten seine Schützlinge auch am Mittwochabend in Wolfsburg – und waren trotzdem am Ende mit leeren Händen gen Heimat gefahren. Ein Gegentreffer in Minute 88, einfach vermeidbar zudem, hatte den Braun-Weißen die Petersilie verhagelt und dazu geführt, dass eher deutlich Kritik geübt wurde denn das eigene Schicksal zu beklagen.

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So war Eric Smith, Schütze des zwischenzeitlichen Ausgleichs, nicht amused, dass billige Fehler für die Niederlage gesorgt haben. „Ich habe es gefühlt schon zehnmal gesagt, dass wir aus unseren Fehlern lernen müssen“, hatte der Schwede geschimpft, und auch sein Trainer hatte in der entscheidenden Situation, „drei, vier aufeinanderfolgende Fehler“ festgestellt, „die dann natürlich brutal bestraft werden“. Was umso ärgerlicher ist, wenn man ansonsten nahezu nichts zugelassen und selbst die Möglichkeiten hatte, das Spiel auf die eigene Seite zu ziehen.

St. Pauli-Trainer Blessin: Punkte in Dortmund sind möglich

Genau das wäre auch der Wunsch von Blessin, wenn er denn einen frei hätte für die Rückrunde. „Dass wir mehr Punkte holen“, sagte er und führte all die Partien an, die man mindestens nicht hätte verlieren dürfen, wenn nicht gar hätte gewinnen können. Das 0:1 bei Werder Bremen, das 0:1 gegen Union Berlin, jetzt das 1:2 von Wolfsburg – „das sind Spiele, wo man eigentlich einfach punkten muss. Das haben wir in der vergangenen Saison auch geschafft“.

Beim BVB hingegen muss man, zumindest von der Papierform her, als FC St. Pauli erst einmal gar nichts. Aber die Ansprüche sind natürlich andere, zumal es in der Hinrunde zu einem 3:3 gereicht hat und man im letzten Jahr beim knappen 1:2 dicht dran war, die Borussia zu ärgern. Über die Qualität des Gegners mochte Blessin dann auch gar nicht groß Worte verlieren, wohl aber über die Chance, die sich bieten könnte – „wenn wir das Spiel so lange wie möglich offenhalten können, die kritischen Fans wie gegen Bremen buhen und Dortmund vielleicht ein bisschen nervös wird“.

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St. Pauli will also den Stimmungskiller mimen, um guter Dinge in die eigene Party am Freitag der kommenden Woche gehen zu können. „Die Jungs brauchen eine hohe Leidensfähigkeit“, prognostizierte Blessin. „Aber an einem guten Tag sind wir in der Lage, gegen jeden Gegner zu punkten. Da müssen wir wieder hinkommen.“ Ob der Kontrahent nun BVB heißt oder HSV, spielt für ihn keine Rolle.

Das Jahr 2026 hätte besser beginnen können für den FC St. Pauli, keine Frage. Unschöne Nachrichten personeller Natur, die witterungsbedingte Absage des Heimspiels gegen RB Leipzig, die unnötige, weil vermeidbare 1:2-Niederlage in Wolfsburg – und jetzt wartet auch noch eine der denkbar höchsten Auswärtshürden. Aber die soll Ansporn sein für die Braun-Weißen, die Köpfe wieder nach oben zu bekommen, den Gegner und dessen zahlreichen Anhang zu nerven, um nicht vollends frustriert ins Stadtderby gegen den HSV am kommenden Freitag zu gehen.