St. Paulis Berliner mit Schuss: Startelf-Comeback beim alten Erzrivalen?
Schon das Hinspiel war „besonders“ für Lous Oppie, dabei hatte das Duell seines FC St. Pauli gegen Union Berlin am heimischen Millerntor stattgefunden. Jetzt steht das Rückspiel an, in Berlin, seiner Heimatstadt, im Stadion des jahrelangen Erzrivalen. Eine zusätzliche brisante Note: Als sich der Kiezklub im vergangenen Sommer um die Dienste des umworbenen Linksverteidigers bemühte und am Ende erfolgreich war, haben die „Eisernen“ dem Vernehmen nach den Kürzeren gezogen. Aus Gründen. Das schreit geradezu danach, dass Oppie am Ostersonntag in Ostberlin sein Comeback in der Startelf gibt – nach mehr als zwei Monaten in der Reservistenrolle. Schon das Hinspiel war ein Wendepunkt.
Es wäre eine doppelte Rückkehr. In „seine“ Stadt und in die erste Elf. Oppie hat zuletzt mit guten Trainingsleistungen auf sich aufmerksam gemacht und da Lars Ritzka nach seiner Schulter-OP noch nicht wieder spielfähig sein dürfte und Manolis Saliakas zu Wochenbeginn noch in Laufschuhen auf dem Trainingsplatz unterwegs war, deutet einiges darauf hin, dass der schussgewaltige Linksfuß im Auswärtsspiel in der Alten Försterei von Beginn an auf der linken Schiene aufläuft. Apropos Schuss: bei einer Torschuss-Einheit am Montag war Oppie richtig gut drauf, schenkte Keeper Ben Voll mächtig ein.
St. Paulis Berliner: Startelf-Comeback bei Union?
Der 23-Jährige ist in Berlin geboren und aufgewachsen, begann seine Karriere bei Tasmania, wechselte 2009 in die Jugendabteilung von Hertha BSC, dem lokalen Erzrivalen von Union, und kickte bis 2017 für die „alte Dame“, was ihn geprägt hat und bis heute prägt. Auch deshalb habe er vor dem Hinspiel mit St. Pauli gegen Union noch leichte Derby-Gefühle gehabt, wie er damals auf Nachfrage berichtete.
Seine Hertha-Vergangenheit spielte durchaus auch bei seiner Entscheidung, wohin er den nächsten Schritt nach seiner erfolgreichen Zeit bei Drittligist Arminia Bielefeld (2023 bis 2025) macht, eine Rolle. Auch Union Berlin war im Sommer 2025 an seinen Diensten interessiert, aber ein Wechsel zu den Köpenickern wäre emotional „schwierig“ gewesen, wie Oppie erzählte, denn „im Herzen war einfach eher die Hertha.“ Das sollte kein Affront gegen Union sein, sondern eine Erklärung. Am Ende entschied er sich für den Kiezklub, der gut zwei Millionen Euro Ablöse zahlte.
Das Hinspiel verlor St. Pauli – und Oppie seinen Stammplatz
An das Hinspiel gegen die „Eisernen“ haben Oppie und die Kiezkicker keine gute Erinnerung, denn die Gäste aus Berlin gewannen am 23. November Millerntor mit 1:0 – es war die achte Niederlage in Serie für die Hamburger, die in einer tiefen Krise steckten – und es folgte die erste von Trainer Alexander Blessin verordnete Pause für Oppie beim Spiel in München, nachdem der Defensivmann zuvor elf Spiele in Serie von Anfang an bestritten hatte. Ein Wendepunkt. Danach kehrte der Bielefelder Pokal-Held zwar zunächst in die Startelf zurück, aber nur für zwei Partien und verlor aufgrund wackeliger Auftritte endgültig seinen Stammplatz.
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Im Rückspiel hat St. Pauli jetzt die Chance, es besser zu machen und das gilt auch für Louis Oppie in der für ihn persönlich schwierigen Phase – wenn er denn die Chance auf ein ganz persönliches Heimspiel bekommt.
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