Nikola Vasilj beschwerte sich über den von Gianluigi Donnarumma zerrissenen Spickzettel beim Elfmeterschießen.

Nikola Vasilj beschwerte sich über den von Gianluigi Donnarumma zerrissenen Spickzettel beim Elfmeterschießen. Foto: Associated Press/Armin Durgut

Aufreger um Vasiljs Spickzettel, aber St. Pauli-Torhüter fährt zur WM

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Es war mindestens so dramatisch, wie man es erwarten konnte. Bei den entscheidenden WM-Qualifikationsspielen am Dienstagabend kamen zwei Profis des FC St. Pauli nicht zum erhofften Einsatz, ein ehemaliger Braun-Weißer mutierte zum gefeierten Matchwinner – und Nikola Vasilj durchlebte mit Bosnien-Herzegowina gegen Italien, das zum dritten Mal in Folge eine Weltmeisterschaft als Zuschauer erleben wird, einen epischen Krimi, in dem selbst italienische Psychotricks nichts halfen.

Aus dem erhofften Duell zweier St. Paulianer um ein WM-Ticket wurde diesbezüglich ein Rohrkrepierer. Bekanntermaßen hatte Eric Smith der schwedischen Auswahl schon vor einigen Tagen wegen einer Wadenverletzung den Rücken kehren müssen, am Ende durfte auch Arkadiusz Pyrka nicht partizipieren. Beim 2:1 gegen Albanien noch eingewechselt, nominierte ihn Trainer Jan Urban diesmal gar nicht für den Kader.

Ex-St. Paulianer Viktor Gyökeres Matchwinner

So sahen Pyrka auf der Tribüne und Smith auf dem Sofa einen offenen Schlagabtausch mit einem ehemaligen St. Paulianer als Volkshelden. Elanga (19.) und Lagerbielke (44.) hatten Schweden zwei Mal in Führung gebracht, Polen glich zwei mal verdientermaßen durch Zalewski (33.) und Swiderski (55.) aus. Doch dem dritten schwedischen Treffer hatten sie dann nichts mehr entgegenzusetzen: Viktor Gyökeres, 2019/20 für ein Jahr für den FC St. Pauli unterwegs, ballerte die Skandinavier in der 88. Minute zum 3:2 und zur WM.

St. Pauli-Torhüter Nikola Vasilj mit bösem Fehler

Für Vasilj ging es in Zenica vor den Augen von Tennis-Ikone Novak Djokovic ganz gruselig los. Dem St. Pauli-Keeper unterlief im Spielaufbau ein schlimmer Fehlpass in den Fuß von Barella, der Keane bediente, welcher wiederum mit Gefühl und Wucht zur Führung Italiens traf (15.). Aber die Hausherren blieben stabil, übernahmen das Kommando und waren ab Minute 41 in Überzahl: Torhüter Donnarumma passierte ein ähnlicher Fehler wie zuvor Vasilj, Stuttgarts Demirovic legte den Ball in den Lauf von Memic, den Bastoni nur per Notbremse stoppen konnte. Glatt Rot war die Folge – und nach langem Anlauf der wild umjubelte Ausgleich durch Gladbachs Tabakovic (79.).

Vasilj gewinnt mit Bosnien Elfmeterschießen

In der Verlängerung verhinderte Vasilj mit einem glänzenden Reflex gegen Esposito den erneuten Rückstand (105.+1), in der letzten Aktion überhaupt verletzte sich Schalkes Edin Dzeko schwerer an der Schulter (120.+1). Ohne ihn kam dann das, was irgendwer mal irgendwann wohl nur für Vasilj erfunden hat: Elfmeterschießen. Und der 30-Jährige hat durch seine Quote bei St. Pauli mittlerweile offenbar auch international eine solche Aura, dass die pure Anwesenheit reicht, um die Kontrahenten zu verunsichern. Ein weiteres Indiz: Donnarummas versuchte einen Psychotrick, als der italienische Torhüter Vasiljs Elfmeter-Spicktzettel zerriss. Das änderte nichts am weiteren Verlauf. Die Italiener Esposito (drüber) und Cristante (Unterkante Latte) verschossen, während alle Bosnier verwandelten und gemeinsam mit den Fans eine wilde WM-Party starteten.

St. Pauli-Profi Sinani stark gegen Malta

Einen ereignisreichen Abend erlebte auch Danel Sinani. Mit Luxemburg hatte er schon das Nations-League-Playoff-Hinspiel auf Malta mit 2:0 gewonnen, beim Rückspiel hatte der St. Paulianer dann massiv die Füße im Spiel. Das Tor zum 1:0 durch Thill legte er vor (20.), um in der Nachspielzeit der ersten Hälfte einen Strafstoß zu vergeben (45.+3) und kurz nach dem Seitenwechsel dann aus dem Spiel heraus zum 2:0 zu treffen (50). Lediglich an der Bude zum 3:0-Endstand hatte Sinani keine Aktien.

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Ohne Einsatz blieb Joel Chima Fujita beim 1:0-Erfolg Japans im Testspiel in England, Abdoulie Ceesay wurde beim 1:2 von Gambia im Freundschaftsspiel gegen den Senegal nach 64 Minuten eingewechselt. Und bereits am Vormittag deutscher Zeit war Connor Metcalfe gefordert, beim 5:1 Australiens gegen Curacao hatte der St. Paulianer in der ersten Hälfte mitgewirkt.

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