St. Pauli überholt sich selbst – auch, weil ein Konkurrent unter die Räder kommt
Es war Zeit zum Durchpusten, wenngleich nur kurz. Der ganz sicher nicht eingeplante und daher umso schönere Dreier von Hoffenheim bugsierte den FC St. Pauli runter von den Abstiegsrängen, auch weil einer der größten Konkurrenten am Sonntag keinen Fuß auf den Boden bekam. Allerdings deutet sich wenig überraschend an, dass es sehr lange sehr eng bleiben dürfte.
Plötzlich ist alles sogar besser als früher. Dabei war die Wahrnehmung so lange eine so bedeutend andere, aber durch die drei Siege aus den letzten vier Begegnungen hat sich der FC St. Pauli selbst überholt. In der vergangenen Saison hatte der Kiezklub nach 24 Partien ebenfalls Rang 15 inne, seinerzeit aber mit „nur“ 21 Zählern. Jetzt sind es 23 Punkte und somit drei mehr als der VfL Wolfsburg, der nach der deutlichen 0:4-Niederlage von Stuttgart den zweiten direkten Abstiegsplatz nach Schlusslicht Heidenheim bekleidet.
St. Pauli wie in der Vorsaison auf Rang 15
„Auswärts zu null gewonnen in Hoffenheim, wo keiner mit gerechnet hat – natürlich nehmen wir das mit, natürlich gibt das ein gutes Gefühl“, hatte Alexander Blessin am frühen Samstagabend wissen lassen und sich zurückerinnert an die gefühlt nicht enden wollende Niederlagenserie aus dem Herbst des Vorjahres. „Wir haben bittere Zeiten gehabt“, sagte er. „Jeder Punkt tut gut, jeder Sieg, und zwei hintereinander natürlich doppelt.“
Einige Kiezklub-Konkurrenten sammeln wichtige Punkte
Auch weil – von Wolfsburg und Heidenheim sowie dem zusehends abstürzenden 1. FC Köln abgesehen – die Konkurrenz ebenfalls Lebenszeichen sendete. Werder Bremen gewann das Krisen-Duell gegen Heidenheim mit 2:0, Borussia Mönchengladbach gewann durch ein Strafstoßtor tief in der Nachspielzeit mit 1:0 gegen Union Berlin, Mainz holte einen Zähler bei Bayer Leverkusen. Da durfte man sich beim Kiezklub zwar kurz mal freuen über den Coup vom Kraichgau, der Fokus aber galt schon bald wieder dem, was da kommen wird.
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„Es war eine reife Leistung“, lobte Blessin die Seinen für den Auftritt beim Tabellendritten. „Hoffenheim mit deren Qualität über 90 Minuten so Paroli zu bieten, da bin ich echt stolz auf die Mannschaft. Vor allem auf die erste Halbzeit mit den spielerischen Elementen, aber auch, wenn es in der zweiten Halbzeit um die defensive Stabilität geht. Wie wir uns reingeworfen haben, wie wir verteidigt haben!“ Die Kette hinten habe harmoniert und man habe richtig gute Lösungsansätze gefunden.
Kiezklub-Coach Blessin will keinen Rechenschieber
Das wird auch für die Zukunft vonnöten sein. „Es ist halt so, dass wir weiterhin punkten müssen“, betonte Blessin, den das wiederum kaum überraschte. Mit 24 Punkten hat bislang noch niemand die Liga gehalten. „Es sind noch zehn Spiele, 30 Punkte – das ist schon eine Menge Holz. Da brauche ich niemandem einen Rechenschieber zu geben.“
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