FC St. Pauli

St. Pauli-Trainer Rapp spricht über die Zukunft von Smith und kündigt Transfers an

St. Paulis Trainer Marcel Rapp bei der ersten Einheit 2026/27
Marcel Rapp bei seinem ersten Training als Chefcoach des FC St. Pauli.

Nach dem Bundesliga-Abstieg und dem Trainerwechsel will der FC St. Pauli mit Marcel Rapp wieder in die Spur finden. Der neue Coach hinterließ beim Vorbereitungsstart gleich mal einen positiven Eindruck.

Der erste Auftritt hat auf jeden Fall schon mal Vorfreude geschürt. Ein tatendurstiger, energetischer, zu Sprüchen aufgelegter und die nötige Entspannung versprühender Marcel Rapp stellte sich am Donnerstagabend nach dem Vorbereitungsauftakt noch den Medien. Und der neue Coach des FC St. Pauli gewann gleich mal Sympathiepunkte, hatte zudem was zu sagen. Zum Beispiel über…

…die Erleichterung, endlich wieder auf dem Platz zu stehen seit seiner Freistellung in Kiel im Februar: „Ich war schon etwas länger raus, ein bisschen wie ein verlängerter Urlaub. Und da freut man sich umso mehr, wenn es wieder losgeht. Ich bin ja schon ein bisschen länger beim Vorbereiten, aber jetzt, wenn die Jungs auf dem Platz sind, beginnt auch für den Trainer das richtige Training. Die Jungs waren gut drauf, alle sind gesund. Deswegen bin ich sehr zufrieden.“

Die Temperaturen können St. Paulis Coach Marcel Rapp nicht schocken

… die Witterungsbedingungen: „Das Wetter war gut. Ja, ich war in Kiel ein paar Jahre, davor war ich aber auch im Süden von Deutschland unterwegs. Von daher würde ich sagen, war das jetzt ein Mitte-Mai-Tag. Daher ist es jetzt nicht ganz so extrem, trotzdem müssen wir ein bisschen Rücksicht nehmen. Aber irgendwann fängt die Liga an, und dann nimmt da auch keiner Rücksicht drauf. Ich glaube, die drei, vier Tage, die jetzt bevorstehen, bekommen wir gut rum.“

…die Entwicklung einer Grundhaltung: „Die Grundhaltung haben wir schon ab heute vorgelebt. Wir im Trainerteam und die Jungs versuchen, das umzusetzen, dass wir einfach eine gute Arbeitsmoral haben, dass wir ein gutes Miteinander haben und dass wir einfach immer besser werden wollen. Das soll sich wie ein roter Faden durchziehen und auch nie aufhören.“

…seine Erfahrungswerte mit Kiel als Absteiger in der 2. Liga: „Jeder weiß, wie schwer es ist.  Aber das haben wir ja auch schon gesagt, dass wir da nicht drüber reden wollen, sondern wir müssen Taten folgen lassen. Und Taten sind gut trainieren, gut vorbereiten, die ganzen Dinge, die ich gerade angesprochen habe. Ich glaube, man kann das nicht vergleichen, weil St. Pauli einfach ein anderer Verein ist als Holstein Kiel, eine andere Kaderstruktur hat. Klar habe ich die Erfahrungswerte, wie es ist. Aber es ist ein anderes Setting hier, es sind andere Gegebenheiten. Da kann man jetzt nicht die Schablone drauflegen und sagen, ich mache es jetzt genauso oder ich ändere dies oder das ein bisschen. Grundsätzlich glaube ich, Erfahrung schadet erstmal nicht als reflektierter Mensch, und so würde ich mich jetzt mal beschreiben. Trotzdem bin ich aber auch nicht so, dass ich sage, ich weiß schon alles, weil ich es schon einmal erlebt habe. Sondern man muss sich auf die Gegebenheiten einlassen und das dann anpassen.“

Marcel Rapp wünscht sich 23 Feldspieler im finalen St. Pauli-Kader

…den Kader und das, was sich dort noch tun wird: „Als Trainer will man es grundsätzlich immer so schnell wie möglich haben. Das ist, glaube ich, klar. Aber es ist kein Wunschkonzert. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Wir machen uns viele Gedanken, haben aber auch hier schon ein paar Jungs rumlaufen, die ganz gut sind. Wir haben ein paar Jungs bei der WM, die noch zurückkommen. Von daher schon vieles da. Und die anderen Baustellen, in Anführungszeichen, wo wir noch Spieler brauchen, da werden wir schon noch früh genug welche verpflichten. Am Ende wären 23 Spieler plus minus eine ideale Kadergröße.“

…den Kontakt zu seinen neuen Schützlingen: „Ich habe mit jedem Spieler schon mal telefoniert, schon mal gesprochen. Auch mit den Jungs, die bei der WM sind. Von daher sind wir bei allem im Austausch, alle wissen so ein bisschen Bescheid. Aber die Jungs, die bei der WM sind, die sollen jetzt auch eine WM spielen. Ich glaube, das sollte man denen auch zugestehen, dass sie sich darauf konzentrieren. Trotzdem kann man eine WhatsApp schreiben und viel Glück wünschen.“

Alle Spieler hatten das erste Gespräch mit dem neuen Trainer. Da wird dir jetzt keiner mehr erzählen, wie schlimm alles ist.

Marcel Rapp über mentale Folgen des Abstiegs

…die mentale Auswirkung des Abstiegs auf die Spieler: „Alle hatten das erste Gespräch mit dem neuen Trainer. Da wird dir jetzt keiner mehr erzählen, wie schlimm alles ist. Es geht jetzt neu los, und ich glaube, wir haben eine gute Energie. Auch im Trainerteam.“

…die Aufteilungen im Trainerteam: „Der Christian Streich hat mal diesen Begriff vom Mittrainer geprägt. Es gibt hier keinen Guru, der vorneweg läuft, und die anderen machen irgendwie Hütchen aufstellen. Wir teilen uns die Aufgaben, zum Beispiel die Standards. Wer macht offensiv, wer defensiv? Und wir gestalten das Training zusammen, da kann sich jeder einbringen. Schlussendlich weiß ich trotzdem, dass ich der Cheftrainer bin.

…Jackson Irvine und seine Fußprobleme: „Grundsätzlich ist er jetzt fit, spielt auch und trainiert immer. Trotzdem muss man dann nach der WM einfach nochmal gucken, wie der Stand dann ist.“

Trainer Marcel Rapp geht zurzeit von Eric Smiths St. Pauli-Verbleib aus

…die Zukunft von Eric Smith: „Also erstmal hat er hier noch Vertrag, soweit ich weiß. Da bin ich mir ziemlich sicher. Und deswegen gehe ich davon aus, dass er hierherkommt und hier spielt. Wenn was anderes wäre, dann muss er das äußern, dann muss man eine Lösung finden. Aber grundsätzlich hat er hier noch Vertrag. Deswegen gehe ich erstmal davon aus, dass er hier aufschlägt.“

…worauf er sich bei St. Pauli besonders freut: „Den ganzen Verein kennenzulernen. Erstmal primär natürlich Fußball, dafür bin ich auch angestellt, dass wir hier gut performen und dass wir die Leute glücklich machen mit Ergebnissen. Aber klar weiß ich auch, dass St. Pauli noch ein bisschen ein größerer Verein ist und dass noch mehr dahintersteckt, als nur Fußballspielen. Da will ich mich auch peu à peu drauf einlassen. Aber jetzt ist erstmal Fußball angesagt, das andere kommt dann sowieso mit der Zeit.“

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